Kreis Mettmann : Kreis und Polizei haben häusliche Gewalt im Blick

Enges Netzwerk: Finanzielle Mittel wurden aufgestockt.

(Red) Jede dritte Frau in Deutschland ist von Gewalt betroffen – viele von ihnen an einem Ort, an dem sie sich sicher fühlen sollten: dem eigenen Zuhause. Seit Beginn der Corona-Pandemie, die dazu geführt hat, dass sich viele Menschen daheim aufhalten, haben der Kreis Mettmann und die Kreispolizeibehörde die Thematik „häusliche Gewalt“ verschärft im Blick.

Sie stehen im regelmäßigen Austausch mit den Trägervertretern der Beratungsstellen im Kreis, um vorbeugend tätig zu werden oder im Bedarfsfall schnell reagieren zu können. So wurden beispielsweise die finanziellen Mittel für die Wohnprojekte des SKFM Mettmann und des SkF Ratingen, in denen Frauen nach Gewalterfahrung betreut werden, nochmals aufgestockt.

Auch wenn die der Polizei gemeldeten Zahlen häuslicher Gewalt bisher noch keinen signifikanten Anstieg zeigen, gehen die beteiligten Stellen von einer hohen Dunkelziffer aus. „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens,“ sagt Landrat Thomas Hendele. Nachbarn und Freunde müssten aufeinander achtgeben und handeln, sobald sie Anzeichen von häuslicher Gewalt erkennen. Opfer häuslicher Gewalt, aber auch alle anderen Menschen, die Hilfe holen möchten, können sich bei verschiedenen Ansprechpartnern melden.

Polizei: 110; kostenfreies Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: Telefon 08000/116 016; Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann: Telefon 02104/1419-221. Auch die Apotheken im Kreisgebiet sind eine Anlaufstelle für Gewaltopfer. Mit dem Codewort „Maske 19“ signalisieren Gewaltopfer, dass sie dringend Hilfe benötigen. Seitens der Apotheke werden daraufhin die Behörden beziehungsweise Beratungsstellen eingeschaltet.

Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten hat Landrat Thomas Hendele für den Kreis Mettmann den Runden Tisch gegen häusliche Gewalt ins Leben gerufen. Am Runden Tisch treffen sich Vertreter von Verwaltung, Polizei und Justiz sowie Mitarbeiter der Beratungsstellen.