Statt Parkplatz zu bauen, fordern Grüne Konzept für Kölner Straße

Stadtplanung : Grüne gegen Parkplatz an der Kölner Straße

Zunächst soll ein Planungskonzept für die künftige Nutzung der Brachfläche her.

Die Brache an der Kölner Straße in der Nähe des Südausgangs des Hauptbahnhofs soll zu einem Großparkplatz ausgebaut werden. „Kontraproduktiv und eine Geldverschwendung“ für Heidi Matthias und Ana Sanz Sanz. Ziel dieser Haushaltskonsolidierungsmaßnahme sei es, Geld einzunehmen, tatsächlich aber würden die Kosten laut der beiden Ratsfrauen der Grünen weitaus höher sein als die erwarteten Einnahmen. Auch werde Tatsache geschaffen, ohne dass zuvor für die gesamte Fläche einschließlich des möglichen Standortes für das neue Stadthaus ein Konzept erarbeitet worden sei.

Herrichtung des Parkplatzes rechnet sich erst in zehn Jahren

„Wir Grünen haben das Thema schon mehrfach im Bauausschuss und in der Bezirksvertretung Mitte angesprochen, finden aber kein Gehör“, sagt Sanz Sanz verständnislos. Der Rat hatte Ende 2016 die Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes mit den Stimmen der Grünen verabschiedet. Vor dem Hintergrund wurde die Erweiterung der Parkzonen und die Bewirtschaftung weiterer Großparkplätze außerhalb der Innenstadt geprüft. Dafür in Frage kommen die Parkplätze am Zoo, Am Röttgen in Uerdingen und die Brache Kölner Straße, Höhe Saumstraße.

Allein für die Herrichtung der Fläche ist laut Matthias im Haushaltsplanentwurf 2019 eine Summe von 400 000 Euro eingestellt. Die ursprünglichen Kosten hätten sich wegen vorhandener Altlasten im Boden und einer notwendigen wassergebundenen Asphaltdecke verdoppelt. Bei einer erwarteten Einnahme von 40 000 Euro an Parkgebühren pro Jahr würde sich diese Investition erst in zehn Jahren amortisieren. Für Matthias und Sanz Sanz ein Unding.Sie sehen keinen Bedarf für eine Parkfläche für Kurzparker. „Die Anwohner werden dort nicht parken, auf der Saumstraße gibt es einen kostenfreien Parkplatz eines Supermarktes und das nahe Parkhaus an der Hansastraße hat immer Plätze frei“, lautet ihr Argument.

Deshalb schlägt Matthais vor, die Brachfläche provisorisch als Wildblumenwiese so lange liegen zu lassen, bis es ein planerisches Gesamtkonzept für die Fläche südlich des Hauptbahnhofs gibt. Neben dem möglichen Standort für das neue Stadthaus sei dort von Baudezernent Martin Linne desweiteren ein Mobilitätszentrum mit Busbahnhof, neuer Fahrradstation, Car Sharing und Ladestation für E-Fahrzeuge angedacht.

Krtik auch am Ausbau der Kölner Straße: Fahrradwege zu schmal

Auch gegen den geplanten Ausbau der Kölner Straße auf teilweise bis zu 30 Meter zwischen Ritterstraße und Fütingsweg sprechen sich die Grünen-Ratsfrauen aus. „Die Verwaltung hat gepennt und im vergangenen Herbst der Politik uralte Pläne vorgelegt“, sagt Matthias. Wegen der Zusage der Fördergelder fürchte die Verwaltung nun deren Verlust, wenn die Pläne aktualisiert würden. Das sei laut der Grünen aber notwendig. Die Radwege auf der südlichen Einfahrtstraße in die Innenstadt seien nur 1,20 Meter plus 0,75 Meter Begrenzungsstreifen breit geplant - viel zu wenig für eine fahrradfreundliche Stadt mit dem erklärten Ziel, die Mobilität in den kommenden Jahren noch stärker auszubauen. „Holland ist uns da eindeutig voraus“, sagt Matthias und wirbt für eine Nachbesserung.„Was hat man davon, wenn die Stadt auf ein paar Hundert Meter die Kölner Straße verbreitert und einen Individual-Boulevard schafft zum Nachtteil der vielen Fahrradfahrer.“

Im Integrierten Handlungskonzept Süd von 1997 war der Ausbau der Kölner Straße bereits aufgelistet. Vor allem durch die zum Helios-Klinikum abbiegenden zahlreichen Autos und die Wagen der Straßenbahnlinie 041 (Fischeln - St. Tönis) komme es heutzutage laut Verwaltung auf dieser viel befahrenen Strecke immer wieder zu Verkehrs-Engpässen.

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