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Ausbau der Kölner Straße

Ausbau der Kölner Straße

Nach 25 Jahren will die Stadt den Plan in die Tat umsetzen. Zwischen Virchow- und Ritterstraße ist eine Breite bis zu 30 Metern vorgesehen.

Die Kölner Straße zwischen Ritterstraße und Fütingsweg soll verbreitert werden. Seit Anfang der 1990er Jahre besteht dieser Plan, im Integrierten Handlungskonzept Süd von 1997 war es als eine der nächsten Baumaßnahmen aufgelistet. Jetzt ist im jüngsten Bauausschuss die entsprechende Planung gegen die Stimmen von Grünen und Linken mehrheitlich beschlossen und die Herstellungskosten auf 11,85 Millionen Euro festgesetzt worden.

Die Kölner Straße dient als südliche Hauptzufahrtsstraße zur Krefelder Innenstadt. Während der von Süden her kommende Teil der Straße bis zum Fütingsweg bereits eine Gesamtstraßenbreite von 25 bis 30 Meter hat, bildet der weitere Abschnitt bis zur Ritterstraße mit etwa 16 Meter Gesamtbreite derzeit einen Engpass. Dort ist es laut Verwaltung nicht möglich, beidseitig Radwege und Parkstreifen anzulegen. Vor allem durch die zum Helios-Klinikum abbiegenden zahlreichen Autos und die Wagen der Straßenbahnlinie 041 (Fischeln - St. Tönis) komme es auf dieser viel befahrenen Strecke immer wieder zu Verkehrs-Engpässen.

Deshalb soll dieser Abschnitt der Kölner Straße zum größten Teil eine Breite von 25 Metern künftig aufweisen und zwischen Virchow- und Ritterstraße sogar auf 28,5 bis 30 Meter ausgebaut werden. Der rechtskräftige Bebauungsplan 654 ermöglicht dies. Außerdem sind in den vergangenen 13 Jahren die Grundstücke auf der westlichen Seite der Kölner Straße von der Stadt aufgekauft worden und schrittweise abgerissen worden.

Zuletzt stand dort nur noch das Haus Nr. 61 mit dem Kiosk von Anna Sdirou, das aber nach einem von einem Obdachlosen fahrlässig gelegten Brand Ende 2012 abgerissen wurde. Auf der Brache versuchten Anwohner des Viertels drei Jahre lang einen Bürgergarten im Rahmen von Guerilla Gardeing anzulegen, doch die Akzeptanz blieb aus. Im Frühjahr 2016 war das Mitmach-Projekt gescheitert.

Jetzt möchte die Stadt ihren mehr als 25 Jahre alten Plan umsetzen. Es ist vorgesehen, beidseitig der Straße Park- und Baumstreifen anzulegen, um auch eine städteplanerische Verbesserung für Anlieger und Geschäfte zu erzielen. Je Richtung sind zwei Fahrstreifen in einer Fahrspurbreite von 3,25 Meter vorgesehen. Die Parkstreifen sollen eine Breite von zwei Metern, die Radwege von 1,95 Meter einschließlich Sicherheitsstreifen und die Gehwege von mindestens zwei Meter Breite erhalten. An den Knoten Melanchthon- und Ritterstraße sind Linksabbiegespuren vorgesehen. Dafür werden die Gleise „auseinandergezogen“ und die Linksabbiegespuren künftig zwischen den Gleisen liegen.

Während die meisten Fraktionen dem Vorhaben zustimmen, sind Daniel John von den Grünen und der ADFC enttäuscht. „Damit geht man den Irrweg der letzten 50 Jahren Verkehrsplanung weiter und gibt dem Auto den Vorrang vor dem umweltfreundlichen Radverkehr und der Bahn“, sagt John. Die Grünen wie auch der ADFC sprechen sich für breitere Radwege aus, weil sie vor allem an den neuen Baumstandorten mit einer Breite von 1,20 Meter weit hinter den Standards für zukunftsfähige Radwege zurückblieben. Sie fordern durchgängig eine Breite zwei Meter und wollen dafür eher auf einzelne Parkplätze verzichten.

Jürgen Hengst (SPD) begrüßt für seine Fraktion hingegen ausdrücklich den Ausbau und hält die Breite der Radwege, auch selbst als Radfahrer, für angemessen.