Vor 91 Jahren hat der Bildhauer Herman Inhetvin das Kunstwerk für die Kirche geschnitzt

Weihnachten : Holzkrippe in St. Josef steht wieder

Buche, Linde und Rosenholz: Vor 91 Jahren hat der Bildhauer Herman Inhetvin das Kunstwerk für die Kirche geschnitzt. Fleißige Helfer haben sie nun aufgebaut – allerdings ohne Christkind und Heilige Dreikönige.

Die Gemeinde St. Josef in der Stadtmitte ist stolz auf ihre große künstlerische Holzkrippe. Sie wurde 1927, vor 91 Jahren also, von dem aus Geldern stammenden Bildhauer Herman Inhetvin extra für die St. Josefkirche geschaffen. Die Krippenfiguren aus Buchen-, Linden- und Rosenholz gelten als Kleinod religiöser Holzschnitzkunst. Vor einigen Tagen wurden sie, noch ohne Christkind und den erst später erscheinenden Heiligen Dreikönigen, von Wilfried Krülls und fünf weiteren Helfern aufgestellt.

Einen ganzen Morgen hat es gedauert, bis die Krippe stand. Erst mussten die Holzböcke aufgebaut werden, dann folgte der Krippenhintergrund und danach wurden die schweren Figuren aus ihrem Quartier im Turm geholt.

Die größten Figuren, die Gottesmutter und der heilige Josef nebst den herbei eilenden Hirten, messen mehr als einen Meter. Im Krieg waren die über zwanzig Krippenfiguren bei Gemeindemitgliedern ausgelagert, nur der vom Künstler geschaffene Krippenhintergrund fiel deshalb dem verheerenden Bombenangriff zum Opfer.

Der damalige Küster, Heinrich Kaiser, sorgte für einen angemessenen Ersatz. Wilfried Krülls, Jahrgang 1942 und im Schatten von St. Josef geboren und in der großen Kirche getauft, kennt die Geschichte der Krippe. Von dem Künstler weiß er: „Hermann Inhetvin hat die Schnitzkunst hervorragend beherrscht. Er hat in seinem Leben drei Krippen geschaffen, 1924 für die Kirche in Asselt bei Roermond, dann die für St. Josef und im Jahre 1928 für St. Michael in Köln.“

Einem umfangreichen und ausführlich bebilderten Bericht über die Krippe im Jahrbuch Die Heimat, Jahrgang 48 aus 1977, kann man entnehmen, dass der international anerkannte Künstler manches Werk für Krefelder Einrichtungen schuf. Wörtlich heisst es da: „Der für den Künstler eingenommene Oberpfarrer Prälat Schwamborn gewann ihn für weitere Arbeiten.

So entstand für den Kindergarten von St. Elisabeth eine Elisabeth-Gruppe mit Kindern. Die Kirche St. Martin erhielt einen Altar aus Eichenholz mit einer Martinusgruppe und für St. Dionysius entstanden zwölf Prozessionsstäbe.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung