Krefelder Architekturgeschichte Wer war Herbert Frank?

Krefeld · Als Vorreiter der moderaten Moderne baute der heute weitestgehend unbekannte Krefelder Architekt vor fast 100 Jahren ein wegweisendes Gebäudeensemble an der Bismarckstraße für den Deutschen Verband der Seidenindustrie

Architekt Stephan Strauß forscht schon lange zu „wirtschaftsbürgerlichem“ Bauen in Krefeld und konnte bislang nichts über den Architekten Herbert Frank finden. Jetzt ist das Rätsel gelöst, wer die drei Gebäude im Stil der moderaten Moderne 1932 an der Bismarckstraße entworfen und gebaut hat.

Architekt Stephan Strauß forscht schon lange zu „wirtschaftsbürgerlichem“ Bauen in Krefeld und konnte bislang nichts über den Architekten Herbert Frank finden. Jetzt ist das Rätsel gelöst, wer die drei Gebäude im Stil der moderaten Moderne 1932 an der Bismarckstraße entworfen und gebaut hat.

Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Die Villen Haus Lange und Haus Esters von Mies van der Rohe sind als baukünstlerische Strömung der Moderne hinlänglich bekannt. Dabei gibt es in Krefeld an der Bismarckstraße ein Ensemble, das für den Architekten Stephan Strauß vom Büro „Strauß & Fischer – Historische Bauwerke“ ein stärkeres Beispiel für die moderate Moderne ist: Die drei verklinkerten Mehrfamilienhäuser mit Rücksprüngen, Sockel und Erkern aus Naturstein sowie Balkonen, die im Auftrag des Vereins der deutschen Seidenindustrie (VdS) 1932 gebaut wurden und nach dem Zweiten Weltkrieg richtungsweisend für moderne Miethäuser beim Wiederaufbau waren. Der damit beauftragte junge Architekt, Herbert Frank, ist heute weitestgehend vergessen. Wenn es da nicht eine schicksalhafte Begegnung der Autorin mit seiner fast 100-jährigen Nichte gegeben hätte.

Vor 100 Jahren waren diese Mehrfamilienhäuser visionär