Ostwall-Umbau: Händler fürchten um ihr Geschäft

Ostwall-Umbau: Händler fürchten um ihr Geschäft

Kritik an der Verwaltung. Verkehr wird umgeleitet.

Krefeld. Markus Ottersbach wählt ungewöhnlich deutliche Worte. Er habe „den Eindruck, dass die Verwaltung die Herausforderungen der Baumaßnahme nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit angeht“, schreibt der Chef des Einzelhandelsverbandes an Oberbürgermeister Gregor Kathstede.

Händler, Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer seien mit Blick auf den Ostwall-Umbau sehr besorgt, so Ottersbach. Bis zu 100 Millionen Euro Umsatz könnten verloren gehen. Noch schlimmer werde es, wenn zwei Weihnachtsgeschäfte, nämlich 2014 und 2015, unter der Baustelle zu leiden hätten.

Außerdem beschwert sich Ottersbach darüber, dass es bislang weder ein Marketing- noch ein Verkehrskonzept gibt.

Auf die Vorwürfe geht der Verwaltungschef in seiner Antwort nicht ein. Der Ostwall werde erst 2014 zwischen St.-Anton-Straße und Neue Linner Straße voll gesperrt. „Dementsprechend ist es ausreichend, wenn ein Baustellenmarketing Ende 2013/14 einsetzt“, so der Verwaltungschef. Von einer Verlängerung der Bauzeit könne keine Rede sein. Das Weihnachtsgeschäft 2015 sei bei geplantem Ablauf nicht betroffen. Und an dem Verkehrskonzept werde gearbeitet. Zum Beginn der Vollsperrung 2014 könne es umgesetzt werden.

Vor allem der letzte Punkt dürfte die Krefelder interessieren. Vorgesehen ist, den Verkehr schon am City-Ring abzufangen. Schilder mit dem grünen Punkt sollen die Autofahrer während der gesamten Bauzeit zum südlichen Ende des Ostwalls lenken.

Besonders schwierig dürften jene vier Wochen im Frühjahr 2014 werden, in denen beide großen Ostwall-Kreuzungen (St.-Anton-Straße und Rheinstraße) komplett gesperrt sind. Autofahrer müssen dann auf die Strecke über Friedrich-/Moerser-/Philadelphia- und Neue Linner Straße ausweichen (siehe Grafik).

Die Stadtwerke werden Busse als Ersatzverkehr einsetzen und die Bahnen umleiten. Eine zentrale Bushaltestelle wird es auf der Neuen Linner Straße geben. Dort hält auch der Bus, der die Düsseldorf-Pendler befördert. Die K-Bahn fährt nur bis Dießem.

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