Tanz-Festival „Move!“: Nachwuchs mit unglaublicher Präzision

Tanz-Festival „Move!“: Nachwuchs mit unglaublicher Präzision

Der Folkwang-Nachwuchs überzeugt durch professionelle Choreografien.

Krefeld. Erste eigene Schritte, erste eigene Choreografien. Beim Tanz-Festival „Move!“ kommt auch der künstlerische Nachwuchs zum Zug. Studierende und Absolventen des Instituts für zeitgenössischen Tanz der Folkwang-Universität stellten jetzt ihr Können unter Beweis. Unter dem Titel „Tanz aus Folkwang“ konnte das Publikum in der Fabrik Heeder innerhalb einer guten Stunde vierzehn verschiedene Choreografien erleben.

Mit „Synkope“ zeigen gleich zu Beginn Murat Alkan und Jan Möllmer ein eindrucksvolles Duett. Mit unglaublicher Präzision führen sie parallel ihre Bewegungen aus, die von den Händen ausgehend in langsamer Steigerung den ganzen Körper einbeziehen und kreisförmig bei den Händen wieder enden.

Ein schwungvolles Quartett bietet eine Choreografie von Maria Giovanna Delle Donne, die sie gemeinsam mit Yi-An Chen, Marie Hanna Klemm und Jonas Onny präsentiert. Die Dynamik der Bewegungen korrespondiert dabei perfekt mit der lebhaften Musik. Diese Übereinstimmung von Musik und Tanz kennzeichnet auch das Solo von Isabelle Boldt, die als einzige Tänzerin im Kleid auftritt. Mit trippelnden Schritten greift sie den flirrenden Charakter der temperamentvollen Musik auf. In warmes Licht getaucht, agiert sie dabei mit viel Eleganz und weiblichem Charme, Dinge die man beim zeitgenössischen Tanz eher selten zu sehen bekommt.

Die andere, etwas sperrigere Variante zeigt Eva Pageix in ihrem Solo „La pensierosa“. In einen Lichtspot getaucht, der sie über die Bühne verfolgt, ist von ihrer ersten Bewegung an eine starke Bühnenpräsenz zu erleben. Ähnliches lässt sich auch von Yves Ytier sagen, der aus dem geplanten Duett kurzfristig einen Soloauftritt machen muss. Ganz in Weiß gekleidet, läuft und fällt er immer wieder, bevor er nach und nach mit seinem Körper den Raum erobert.

Ein sich wiederholendes Bewegungsvokabular ist nicht nur hier, sondern auch bei allen anderen sichtbar. Trotzdem überzeugt die Vielfalt der Auftritte. Jan Möllmer, der im ersten Stück dabei war, setzt auch den köstlichen Schlusspunkt des Abends. Zu Maurice Ravels tragischen Klängen der „Pavane für eine verstorbene Infantin“ zeigt er eine wunderbar ironische Pantomime mit einer Zigarette.