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Show: Otto zeigt, wie wertvoll das Lachen ist

Show: Otto zeigt, wie wertvoll das Lachen ist

Frenetisch gefeiert wurde der ostfriesische Kult-Komiker am Samstagabend im König-Palast von rund 2500 Zuschauern.

Krefeld. Alt geworden sei er, gesteht er freimütig. Doch mit 65 Jahren ist Otto Waalkes immer noch topfit und kann auf der großen Showbühne zwei Stunden lang ein Vier-Generationen-Publikum zum Lachen bringen.

Im „Kreml Kronski“, wie der König-Palast vor Beginn seines umjubelten Auftritts per eingeblendetem Spruchband auch bezeichnet wird, scheint die Zeit am Samstagabend zumindest für die meisten der rund 2500 Zuschauer stillzustehen. Ein Blick und ein „Holladihi“ reichen aus, und schon hat Deutschlands bekanntester Blödel-Barde sein Publikum hinter sich.

Sein neues Programm „Geboren, um zu blödeln“, mit dem der Kult-Komiker seit Anfang September und bis nächsten Donnerstag auf Herbsttournee ist, erfüllt jedenfalls auch alle Erwartungen. Denn Otto Waalkes präsentiert sich auf der Bühne mit nachgebautem „Otto Huus“ und Leuchtturm wie zu seinen besten Zeiten.

Zahlreiche Musikparodien von den Flippers über Lou Reed bis hin zu Peter Maffay gehören zu den bewährten, stets neu entwickelten Programmteilen wie die Albernheiten, Wortspiele und bekannten Grimassen des berühmten Ostfriesen.

Wie schon in den 80er Jahren versteht es Otto Waalkes, die Massen mit seinem Humor zu begeistern und zum Mitmachen zu animieren. So unterteilt er das Publikum in der Halle kurzerhand in Hähne, Lachmöven und Heuler oder spielt auf einer seiner Gitarren nur kurz Songs an, die dann lauthals gesungen werden.

Zudem gelingt dem nimmermüden Chef-Ottifanten erneut eine familientaugliche Mischung altbewährter Gags mit neuen Witzen. Als Chefkoch Louis Flambé macht er die ersten Reihen nass, und zusammen mit Faultier Sid aus den „Ice Age“-Filmen und einem Ottifanten inszeniert „Zwerg“ Otto ein „Bohemian Rhapsody“-Puppentheater.

Selbstverständlich nicht fehlen darf in der neuen Otto-Show das musikalische Märchen „Hänsel und Gretel“: in verschiedenen Versionen, darunter „In Wäldern wie diesen“, wird die Geschichte für die jungen und alten Fans wieder belebt. Dazu beeindruckt der 65-Jährige nicht nur mit einer flotten „Otto Gangnam Style“- Einlage.

Ihm fällt es offenkundig auch nach 40 Jahren Bühnenerfahrung „leicht, etwas Lustiges zu machen“. Oder er zeigt als „Graf“ kurz vor Show-Ende, „wie wertvoll das Lachen ist“. Seine Fans jedenfalls wissen, wie sie sich dafür zu bedanken haben: mit lautem Füßetrampeln und stehenden Ovationen.