Burg Linn: Helm geht auf riskante Reise in den Louvre

Burg Linn: Helm geht auf riskante Reise in den Louvre

Gut behütet und gut versichert wird das wertvolle Stück zum Louvre transportiert.

Krefeld. Wenn Restauratoren ihre Schätze aus der Hand geben müssen, sorgt das „für ein gewisses Zähneknirschen“, wie Eileen Wolf gesteht. Deshalb fährt die Expertin des Museums Burg Linn im nächsten Jahr mit nach Paris, wenn der Goldhelm des Fürsten Arpvar an den Louvre ausgeliehen wird (siehe S. 15): Dort wird sie das wertvolle Stück so wieder aus der Holzkiste nehmen, wie sie es zuvor eingepackt hat — mit äußerster Behutsamkeit.

Doch obwohl Arpvars Helm mehr als 1500 Jahre alt ist, besteht ein vergleichsweise geringes Risiko. „Das Stück ist relativ stabil“, sagt Wolf. „Es gibt fragilere Objekte.“ Diese leidvolle Erfahrung musste Museumschef Christoph Reichmann mehrmals machen. So wurde 1997/98 in Paris, Berlin und Mannheim das komplette Grab Arpvars gezeigt. Sein Schwert brach dabei durch.

Undenkbar, wenn mit dem Helm etwas Ähnliches passieren würde. Sein Versicherungswert wurde 2006 auf eine halbe Million Euro taxiert, ideell ist er ohnehin unschätzbar. Weltweit soll es nur fünf ähnliche Exemplare geben. Auch dass ein 1500 Jahre altes Stück sich in derart gutem Zustand befindet, ist selten.

Entsprechend gut versichert und gut behütet soll der Helm nach Paris gelangen — in einer eigens angefertigten Holzkiste und unter Wolfs fachkundiger Begleitung. Entweder vor oder nach der Pariser Ausstellung — das hängt an der dortigen Terminplanung — legt er einen Zwischenstopp im Niederländischen Nationalmuseum der Altertümer in Leiden ein.

In der Pariser Ausstellung, die Höhepunkte europäischer Kulturgeschichte darstellt, soll er laut Reichmann für die Frankenzeit stehen. Fürst Arpvar gilt als einer der Gefolgsleute des fränkischen Königs Chlodwig I. Aus heutiger Sicht, sagt Reichmann, könnte er auch an einer Schlacht im Land der Hetwaren nahe Xanten beteiligt gewesen sein.

Im Jahr 523 besiegten fränkische Soldaten dort eine Gruppe von Goten, die plündernd den Rhein hochgeschippert waren. Der König der Goten soll dabei gefallen sein. Diese Schlacht kommt nicht nur in historischen Quellen vor, sondern auch im berühmten Beowulf-Lied.