Krefeld verschläft Bestellung von Sicherheitswesten für Ordnungsdienst

Schutz : Stadt Krefeld verschläft Bestellung von Sicherheitswesten für Ordnungsdienst

Obwohl die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Schutzkleidung einfordern, ging noch kein Auftrag raus. Dabei hatte ein Angriff in Krefeld zuletzt zu einem Umdenken geführt.

Es war ein Vorfall, der im vergangenen Jahr für viel öffentliche Empörung sorgte. 15 Männer hatten in der Nacht des

19. August im Fischelner Stadtpark drei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) mit Schlägen und Tritten teilweise schwer verletzt. Erst die Polizei konnte die Gruppe stoppen. Es kam zu Anzeigen wegen Körperverletzung.

Auch dieser Angriff auf den KOD hatte innerhalb der Verwaltung damals zu einem Umdenken geführt. Um Ordnungsamtmitarbeiter zukünftig besser zu schützen, sollten stichsichere Westen angeschafft werden. So gab die Stadt Anfang Januar bekannt, dass die Schutzkleidung bereits bestellt wurde. Im Ordnungsausschuss musste Georg Lieser, Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, in dieser Frage aber zurückrudern. „Die Bestellung der Westen ist noch nicht raus“, sagte er. Weil die vor Stich- und Schnittverletzungen schützenden Spezialwesten nur nach Maßanfertigung und per Sammelbestellung geordert werden können, sei es noch nicht möglich gewesen, den Auftrag zu erteilen. „Dass sowas im Jahr 2019 noch möglich ist“, ärgerte sich CDU-Fraktionschef Philibert Reuters und ergänzte: „Das muss doch zügiger funktionieren.“

Sowohl Lieser als auch Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian konnten dem nicht mehr viel hinzufügen. Dabei sei laut Lieser schon länger bekannt, dass sich die Sicherheitskräfte beim KOD die Westen wünschen. „Das betrifft vor allem Einsätze am Theaterplatz, aber auch andere Bereiche, in denen die Trinkerszene sich aufhält“, so Lieser. Die Gefahr von Angriffen mit Messern und Spritzen sei von seinen Mitarbeitern konkret angesprochen worden. Derzeit sind die KOD-Mitarbeiter zur Selbstverteidigung mit Pfefferspray ausgerüstet. Schulungen zum Umgang mit aggressiven Störern würden regelmäßig durchgeführt. Generell sei es in den vergangenen drei Jahren aber nur in einem Fall zu einem konkreten Fall gekommen, in denen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes körperlich angegriffen wurden: Der Vorfall am 19. August in Fischeln. Den damals verletzten Kollegen gehe es laut Lieser so gut, dass sie ihren Dienst wieder aufnehmen konnten. Zu den weiteren Ermittlungen des Vorfalls konnte er hingegen keine Angaben machen.