Lockerungen Corona: Stadt Krefeld testet verstärkt in Altenheim und Jugendeinrichtung

Krefeld · Die von den Kultusministern der Länder verabredete schrittweise Öffnung der Schulen stellt auch die Stadt Krefeld vor Herausforderungen.

 Ein Security-Mitarbeiter vor dem Corona-Testzentrum der Stadt an der Schwertstraße.

Ein Security-Mitarbeiter vor dem Corona-Testzentrum der Stadt an der Schwertstraße.

Foto: Andreas Bischof

Die von den Kultusministern der Länder verabredete schrittweise Öffnung der Schulen stellt auch die Stadt Krefeld vor Herausforderungen. Derzeit laufen die Abstimmungen für den Grundschulbereich, denn die Viertklässler sollen den Anfang machen. Neben individuellen Hygienestandards, die Infektionen verhindern sollen, müsse im Zweifel bei einer Corona-Ansteckung auch die Infektionskette nachvollziehbar sein, erklärte Oberbürgermeister Frank Meyer. Vor allem das Nebeneinander von Unterricht und Notbetreuung sei dabei herausfordernd. Die 4. Klassen sollen frühestens am 7. Mai zurückkehren.

Besonders im Blick hat der täglich tagende Krisenstab der Stadtverwaltung derzeit die von Infektionen betroffenen und bedrohten Einrichtungen. Dazu zählen Seniorenheime, in denen es besonders oft zu Todesfällen gekommen war: Allein zehn der bisher 18 Todesfälle in Krefeld im Zusammenhang mit der Pandemie sind im gleichen Heim aufgetreten. Aber auch eine Jugendeinrichtung war jüngst mit einem Infektionsfall in den Fokus gerückt.

Wie Stadtdirektorin Beate Zielke erläuterte, sind deshalb in den vergangenen Tagen besonders viele Abstriche genommen worden. Betroffen waren ein weiteres Altenheim mit Verdachtsfällen (Befunde gab es dort nicht) sowie eine Wohngruppe am Westwall der erwähnten Jugendeinrichtung. In deren Stammhaus soll es am Donnerstag eine große Testung von Bewohnern und Mitarbeitern durch ein mobiles Team des Gesundheitsamtes geben.

Weiter viel Arbeit gibt es für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Wie der zuständige Dezernent Ulrich Cyprian erläuterte, habe es am Dienstag 88 „Ansprachen“ gegeben, da das Kontaktverbot missachtet wurde. In 62 Fällen gab es Verstöße gegen die Maskenpflicht – davon allein 56 an der Haltestelle Rheinstraße. Drei Platzverweise wurden ausgesprochen, Bußgeldverfahren aber nicht eingeleitet.

Mitarbeiter des KOD haben bisher 440 Kontrollen in Geschäften durchgeführt – 26 am Dienstag. 13 Ansprachen zur Verbesserung der Hygiene waren notwendig.

Die Beisetzung eines tödlich verunglückten Mannes (24) auf dem Hülser Friedhof, an der am Dienstag nach Angaben der Polizei 350 Menschen teilgenommen haben, ist aus Sicht der Stadt „angemessen“ verlaufen. Insgesamt seien die Corona-Schutzmaßnahmen eingehalten worden, einzelne Verstöße wollte Cyprian nicht ausschließen: „Wir sind nicht mit einem Zollstock unterwegs.“ Beisetzungen auch in dieser Größenordnung sind seit einigen Tagen wieder erlaubt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Acht KOD-Mitarbeiter und die Polizei waren vor Ort. Der Busverkehr wurde zwischen 12 und 16 Uhr am Friedhof eingestellt. Es habe einige Parkverstöße gegeben, so der Ordnungsdezernent.