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Krefeld: Anwohner des Schroersdyk hängen „alle in der Luft“

Buckelpiste : Schroersdyk: Anwohner wollen wissen, wann der Ausbau beginnt

Details zum Ausbau der Buckelpiste am Inrath sollten eigentlich längst mitgeteilt werden. Für die Menschen vor Ort geht die Geschichte aus Versprechungen und Verzögerungen weiter.

Monat um Monat, Jahr um Jahr warten die Anwohner des Schroersdyk: Wann geht es mit dem Ausbau ihrer Straße los? Vor Jahren hatte das eigentlich längst geschehen sollen. 2017 hatte es bereits vonseiten der Stadt geheißen, dass die Arbeiten noch im gleichen Jahr starten soll. Erst im Sommer 2018 wurden der Politik dann Beratungsunterlagen von der Verwaltung vorgelegt. Um die Kostenbelastung der Hausbesitzer zu senken, wurden die Pläne zum Teil geändert. Bagger sind trotzdem niemals angerollt. Wie die konkreten Details der aktuellsten Pläne aussehen und vor allem, wann es soweit sein wird: Noch immer warten die Inrather auf eine versprochene Bürgerinformations-Veranstaltung.

Immerhin wissen die einzelnen Hausbesitzer mittlerweile, wie viel sie selbst wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Umlage für den Ausbau des Schroersdyk zahlen müssen. „Aber außer diesen Zahlen ist nichts bekannt. Wir sind auf dem Stand der Dinge von vor anderthalb Jahren“, sagt Gerd Göbels, der seit 1978 mit kleiner Unterbrechung am Schroersdyk wohnt. „Ich glaube nicht mehr daran, dass das in diesem Jahr und vor Weihnachten noch über die Bühne geht und wir informiert werden.“

Stadt übernimmt Kosten für Entsorgung des Bodens

Dass nun alle erfahren hätten, wie sich die Kostenumlage für sie jeweils zusammensetze, sei immerhin etwas, sagt Anwohner Göbels. „Dass dieser Termin, wie versprochen, eingehalten wurde, ist immerhin ein Lob wert.“ Er selbst habe mit wesentlich höheren Kosten gerechnet. Das liege aber daran, dass die Stadt eine Summe von voraussichtlich 300 000 Euro komplett übernimmt: die für die Entsorgung von verseuchtem Boden.

Ein Nachbar (73) von Göbels kann gar nicht glauben, „wie unheimlich lang sich das alles schon zieht“. Alle Nachbarn hingen „in der Luft“. In seinem Fall sei nicht einmal klar, wie viel an Umlage auf ihn zukommen werde. „Mein Haus ist bei den Berechnungen als zweigeschossig deklariert worden. Seit meine Eltern das 1970 gekauft haben, lief es immer als eingeschossig.“ Der Architekt habe sich bei einem Anbau mal „vertan“. Für den 73-Jährigen könnte dieser Fehler finanziell große Konsequenzen haben.

Schicksalsergeben klingt Heinz Kuypers. „Was soll ich ändern? Ich bin von dem ganzen nicht begeistert. Aber ich weiß, ich werde nicht drumherum kommen zu zahlen.“ Das Grundstück des 71-Jährigen ist rund 1000 Quadratmeter groß. „Da kann man sich ja ausrechnen, dass das teuer wird.“ Etwa 23 Euro pro Quadratmeter dürften es in etwa sein. „Wir bleiben trotzdem hier wohnen“, sagt Kuypers, „ich bin schließlich seit 71 Jahren am Inrath.“ Also sein ganzes Leben.

Dass es im Mai mit den Arbeiten losgehen soll, hat Ulrich Ganser gehört. „Aber ich glaube das erst, wenn die auch anfangen.“ Seit 43 Jahren warte er darauf, sagt der Anwohner des Schroersdyk, der zu denjenigen gehört, die den Ausbau befürworten und nicht fürchten. „Das ist ja so kein Zustand.“ Allerdings sieht er mit Sorgen die Verzögerungen. „Das wird ja immer teurer. Die Preise steigen, die Löhne steigen. Und die Jahre, in denen wir etwas von dem Ausbau haben, werden immer weniger.“ Aber die vergangenen Jahre hat er als eine Zeit der Versprechungen und Verschiebungen erlebt. „Es hat jedes Mal nichts gebracht.“ Auch er wartet gespannt darauf, wann es eine Bürgerinfo geben wird. „Es ist alles ungewiss.“