1,7 Millionen: Ausbau des Schroersdyk in Krefeld kostet doppelt so viel

Jahrzehntelange Planung : Neuer Schroersdyk doppelt so teuer

Planer errechnen Kosten von 1,7 Millionen Euro für die Buckelpiste. Das sorgt für Unruhe bei Anwohnern.

Es wurde hingerechnet, es wurde hergerechnet, nach Bürgerprotesten eine preiswertere Lösung gefunden, das Personal bei der Stadt wechselte, es passierte erst mal gar nichts. Jetzt steht fest: Der Ausbau der Buckelpiste Schroersdyk soll nun mehr als doppelt so teuer werden. 1,7 Millionen Euro soll die „erstmalige Herstellung“ des Schroersdyk zwischen Inrather Straße und Am Schleitershof kosten. Das ist den Beratungsunterlagen für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung Nord zu entnehmen.

Zuletzt war von 850 000 Euro Erschließungskosten die Rede

Seit Jahren war von Kosten in Höhe von 800 000, zuletzt von 850 000 Euro die Rede. Noch bei einer Bürgerinformation im August 2017 hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Investitionen in diesem Rahmen gesprochen. Und das war schon die „sparsame“ Version. Von einer „Luxus-Version“, wie sie die Anwohner genannt haben, hatte man sich damals nach deren Aufschrei verabschiedet und neu geplant. Denn die Menschen vor Ort werden, wie immer beim Ausbau von Straßen, an den Kosten beteiligt werden. Danach passierte lange nichts, im zuständigen Dezernat der Stadtverwaltung drehte sich das Personalkarussell.

Nun sind die Planungen so weit gediehen, dass sie von den Bezirksvertretern, dem Planungsausschuss und dem Stadtrat auf den Weg gebracht werden können. Allerdings zu besagtem Doppel-Preis. In einem Schreiben hat die CDU-Fraktion aktuell die Anwohner im Norden auf die Kostensteigerung und die Sitzung am 9. Juli, 17 Uhr, im Gartenbauverein Rosengarten am Kanesdyk hingewiesen.

Das sorgt für Aufregung bei den Anwohnern und für Kritik aus den Reihen der SPD-Fraktion im Bezirk. „Es ist nicht okay, die Anwohner mit einem solchen Flugblatt so in Unruhe zu versetzen“, sagt Ralph-Harry Klaer, der das Thema als ehemaliger Bezirksvorsteher des Nordbezirks über Jahre begleitet hat. Zunächst werde ein Teil der 1,7 Millionen Euro nicht als Erschließungskosten gelten. „Weil sie in die Infrastruktur gehen“, sagt Klaer. Das heißt: Sie werden nicht auf die Anwohner umgelegt.

Aber nur diese teurere Variante, das hätten die Experten versichert, könne den Anwohnern Sicherheit geben. „Nämlich die Sicherheit, dass bei Starkregenereignissen nicht die Keller volllaufen“, sagt Klaer.

Es gibt Bemühungen,
die Anwohner zu entlasten

Als sich diese Entwicklung angedeutet habe, habe die SPD zu einem interfraktionellen Gespräch geladen. „Auch um zu klären, ob es Hilfen für die Anwohner geben könnte.“ Ein Teil der Kosten werde über Stadt und Land abgedeckt. „Für den Rest hätte man gut Anschubfinanzierungen machen können“, sagt Klaer. Eine solche finanzielle Unterstützung hätte die Politik allerdings im Stadthaushalt festhalten müssen. Die Nord-CDU habe jedoch abgelehnt, an allen Gesprächen über die Fraktionsgrenzen hinweg teilzunehmen.

„Es geht nicht darum, dass die Stadt alles trägt, aber dass sie es für die Anwohner erträglich macht“, meint Klaer über die anhaltenden Bemühungen. Wollte man die finanzielle Frage jetzt noch vor dem Ausbau klären, würde sich die Erschließung erneut längere Zeit verzögern.

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