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Handball: ART-Trainer Sieberger gerät unter Druck

Handball: ART-Trainer Sieberger gerät unter Druck

Der Drittligist ART steckt nach fünf Niederlagen tief im Abstiegskampf.

Düsseldorf. Nach fünf Niederlagen in Folge ist der ART Düsseldorf in der 3. Liga West wieder in akuter Abstiegsgefahr. Dabei sah es im November und Dezember des vergangenen Jahres so aus als wären die Rather in der zweiten Spielzeit in der dritthöchsten Spielklasse angekommen und das Team von Jens Sieberger hätte sich etabliert. Doch vor dem Gastspiel am Sonntagnachmittag (17 Uhr, Enervie Arena) beim VfL Eintracht Hagen ist die aktuelle Lage angespannt.

Augenscheinlich ist der Kader des Handballdrittligisten in den letzten Wochen noch einmal verstärkt worden. Mit Niko Merten (Borussia Mönchengladbach), René Zobel (TuSEM Essen) und Jannik Oevermann (GWD Minden) konnten die Schwarz-Gelben gleich drei neue Spieler präsentieren. Allerdings verließ in Carl Moritz Wagner, der sich der TSG Altenhagen-Heepen Bielefeld anschloss, den Klub bereits vor Weihnachten ein wichtiger Leistungsträger.

„Carl Moritz Wagner konnten wir nicht ersetzen, er war ein Führungsspieler“, gibt Jens Sieberger zu. „Er war in Angriff und Abwehr wichtig für uns, die Abläufe waren klar und er hat auch mal für Stimmung gesorgt.“ Die Integration der drei Zugänge dauert noch an. „Niko Merten hat als Kreisläufer und Ersatz für Carl Moritz Wagner gute Ansätze gezeigt“, sagt der ART-Coach. René Zobel, der vor der Saison vom ART zu TuSEM Essen wechselte und nun zurückkehrte, merkt man die fehlende Spielpraxis an. Er erzielte schon einige wichtige Treffer, benötigt aber noch Zeit.

Positiv waren bislang die ersten beiden Auftritte von Jannik Oevermann, der zuletzt bei GWD Minden spielte. Sieberger ist von der Spielintelligenz seines neuen Schützlings begeistert und sich sicher, dass er an ihm noch viel Freude haben wird.

Allerdings ist auch auszumachen, dass wichtige Leistungsträger ihre Leistungen auf dem Spielfeld aus den unterschiedlichsten Gründen nicht abrufen. Henrik Schiffmann ist konditionell gehandicapt, mental sind Justin Müller, Tim und Lars Lipperson sowie Henning Padeken nicht voll da. „Vor allem den jungen Spielern kann man hier keinen Vorwurf machen, aber wir sind natürlich mitten im Abstiegskampf und stehen inzwischen ordentlich unter Druck“, sagt Jens Sieberger.

Ein weiterer Punkt ist sicherlich die Verletzung von Markus Neukirchen, der aktuell nur in der Deckung zum Einsatz kommt. Auch bei der Torhüterleistung sieht Sieberger deutlich mehr Potential. Immerhin: Gegen Duisburg konnte Stephan de Clerque einige Bälle abwehren und in Dormagen zeigte Benedikt Köß aufsteigende Form.

Zusätzliche Verunsicherung kommt sicherlich auch aufgrund der unklaren Zukunft in die Mannschaft. Erst in diesen Tagen konnten die Verantwortlichen des ART Düsseldorf mit den Vertragsgesprächen mit Trainer und Spielern einsteigen, wesentlich später als viele andere Clubs. Zudem stehen manche Akteure des ART Düsseldorf auch auf den Wunschlisten anderer Klubs. „Ich bin sehr froh, dass der Verein nun ein Zeichen setzt und die Planungen für die nächste Spielzeit angeht“, sagt Jens Sieberger. „Das wird den Jungs wieder Sicherheit geben.“

Drei bzw. vier Punkte Rückstand haben die Rather zehn Spiele vor Rundenende auf die SG Schalksmühle-Halver bzw. den Neusser HV. „Wir müssen von den letzten zehn Spielen mindestens fünf siegreich bestreiten“, weiß Jens Sieberger. „Am Sonntag wollen wir in Hagen sehen, was für uns möglich ist. Wir müssen nun jede Chance nutzen, Punkte einzufahren.“