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Eugene Boateng aus Düsseldorf spielt erstmals den Kommissar im Flensburg-Krimi

Schauspieler Eugene Boateng : Der neue im Flensburg-Krimi

Für den Film „Borga“ ist Eugene Boateng als bester Schauspieler ausgezeichnet worden. Jetzt feiert er Premiere als Fernsehkommissar im Flensburg-Krimi der ARD. Ein Gespräch über seine Kindheit an der Kiefernstraße, Ehrgeiz und Glauben.

Neulich, bei Bettina Böttinger im „Kölner Treff“, schwärmte Eugene Boateng von seiner Kindheit in Düsseldorf. Seine Familie stammt aus Ghana. Mit sieben Geschwistern wuchs er in der Kiefernstraße auf. Auch im Telefonat kommt er schnell darauf zu sprechen. „Ein Ort, an dem man Toleranz und vor allem Respekt vor anderen Kulturen lernte. Das Viertel war damals leider berüchtigt“, räumt der Schauspieler ein, fügt aber hinzu: „Für mich stellte es sich anders dar, mich hat diese Umgebung stark geprägt. Ein wenig mehr Kiefernstraße, und unsere Welt sähe etwas besser aus.“

Inzwischen wohnt Boateng in Berlin – und nein, mit seinen Namensvettern aus dem Fußball hat er nichts zu tun. Aber am Donnerstag wird er wieder einmal in seine Heimatstadt zurückkehren. Seine Premiere als Fernsehkommissar möchte er inmitten von Familie und Freunden feiern, die Eltern und fünf seiner Geschwister leben noch in Düsseldorf. Mit Schauspielerin Katharina Schlothauer als Svenja Rasmussen bildet er das neue Ermittler-Duo im Flensburg-Krimi „Der Tote am Strand“. Auch der Schauplatz ist neu und könnte eine Reihe werden wie seine Vorgänger Usedom, Bozen oder Istanbul. Bisher sei ihm noch nichts von einer zweiten Folge bekannt, sagt Boateng, „ich schätze, man will erst abwarten, wie die Resonanz ausfällt“.

Er selbst ist kein begeisterter Konsument von TV-Krimis. Was daran liegt, dass er sich höchst selten mit Personen und Handlung identifizieren kann. Seinen Kommissar aber hat er mit Lust und Leidenschaft gespielt. Wie kam er zu dieser Rolle? „Man hat die Idee an mich herangetragen, ich las das Drehbuch und fand’s cool“, fasst er zusammen.

Mit dem unkonventionellen Antoine Haller könne es gelingen, neue Bilder zu erschaffen und die Diversität im Fernsehen zu untermauern, hofft er. Der Weg sei noch weit, die positiven Zeichen nicht übel. Eines möchte Boateng dann doch noch betonen: Er betrachte sich nicht als „Person of Colour“, wie es sich im Sprachgebrauch festgesetzt habe, sondern als Afrodeutscher. „Aber im Herzen bin stolz darauf, ein Düsseldorfer Jung zu sein“, setzt er hinzu.

Das Profil des Ermittlers konnte er mitgestalten, „wie jeden Charakter, den ich spiele“. Das gilt noch deutlicher für den Film „Borga“, der gerade im Kino zu sehen ist. Es ist die Geschichte eines Jungen aus einem Armenviertel in Ghanas Hauptstadt Accra. Als Erwachsener wandert er nach Deutschland aus, um es hier zu Wohlstand zu bringen – damit gilt man in seiner Heimat als „Borga“. Neben allerlei Auszeichnungen für das Drama erhielt er für seine Darstellung den Deutschen Filmpreis 2021 als bester Schauspieler.