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Düsseldorfer trotzen der Hitze

Düsseldorfer trotzen der Hitze

Am Samstag glich die Stadt einem Glutofen. Wie haben Düsseldorfer die Hammer-Hitze ausgehalten?

Düsseldorf. Tropenhitze, gefühlte 37 Grad, zwischendurch heftiger Regen: Das Wetter spielt an diesem Samstag auch in Düsseldorf verrückt.

Die Stadt ist trotzdem gut besucht, viele lassen sich nicht von einem Einkaufsbummel abhalten. Die Düsseldorfer sind offenbar hart im Nehmen. Auch Adeel Karamat hat sich zum Einkaufen vor die Tür gewagt, Tochter Christina (3) im Schlepptau.

„Ihr macht die Hitze schon ziemlich zu schaffen, sie quengelt heute viel mehr als sonst“, erzählt der Familienvater.

Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Fitnessstudio „Maxx Gym“ hinter dem Hauptbahnhof setzen sich, wenn auch nur wenige Düsseldorfer über die Wärmegesetze hinweg. Der Schweiß perlt noch schneller als sonst von den sportbegeisterten Besuchern ab.

Auch bei Lisa Ninnemann, die gerade tapfer auf dem Stepper trainiert und dabei lieber einmal mehr als einmal zu wenig zur Wasserflasche greift. „Bei solchen Temperaturen fällt es nicht gerade leicht, sich freiwillig zum Training aufzuraffen. Ich habe aber gerade erst wieder mit dem Sport angefangen und wollte nicht gleich wieder aussetzen“, sagt die Studentin.

Genauso hart im Nehmen ist auch Imbissbudenbesitzerin Beate Enders. Sie hat jedoch auch keine andere Wahl, als sich der Hitze auszusetzen — auch wenn ihre Bratwürste und Reibekuchen an diesem Tag deutlich weniger gefragt sind bei den hungrigen Passanten am Hauptbahnhof.

„Der Ventilator läuft schon auf Hochtouren, bringt aber auch nicht viel. Ich bin froh über jede kleine Brise, die mich hier hinter der Theke erreicht“, schnauft Enders und zeigt auf das Thermometer hinter ihr: 42 Grad. „Ich hoffe einfach auf Abkühlung in den nächsten Tagen“. Die lässt, zumindest am Samstag, aber noch auf sich warten.

Vor der Hitze kapituliert haben hingegen Matthias und Tanja Eigner. „Zum Einkaufen in der Stadt ist es uns zu heiss“, sagt Matthias Eigner. Ihr Kontrastprogramm: Das Paar ging in den klimatisierten Ufa-Palast einen Film gucken. „Ins Schwitzen geraten wir da höchstens vor Spannung“.

Auch viele Bahnreisende müssen den warmen Temperaturen Tribut zollen. „Momentan kommt rund ein Drittel mehr Menschen zu uns als sonst. Überwiegend Reisende, denen schummerig geworden ist und die sich deshalb vor der Weiterreise ausruhen wollen und nach Wasser und Tee fragen“, erklärt Barbara Kempnich, Leiterin der Bahnhofsmission.

Es sei aber alles glimpflich abgelaufen. „Die meisten Leute wissen ganz genau, was sie ihrem Körper bei so einer Hitze zumuten können und was nicht. Sie kennen die Gefahren, die so ein Wetter mit sich bringt“.

Gerade älteren Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen oder ähnlichen Beschwerden rät Kempnich, nur das Nötigste zu erledigen und keinen Schritt zu viel zu machen. „Gestern kam eine Frau zu uns, die unter einer Atemwegserkrankung leidet.

Sie wollte eigentlich ihre Schwester besuchen fahren, doch wir haben dann gemeinsam und in Rücksprache mit der Bahn entschieden, dass es besser ist, die Fahrt zu verschieben.“

Bei der Feuerwehr hingegen lief das Wochenende trotz Rekord-Hitze ohne besondere Zwischenfälle ab.