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Düsseldorfer Programmkinos: Die neuen Filme der Woche

Neu in den Programmkinos : Eine Kinowoche von originell bis Abklatsch

Düsseldorfer Programmkinos: Die neuen Filme der Woche

Das melancholische Mädchen

Es ist nicht leicht, sich als moderne Frau zwischen Femen und Stillgruppe zu positionieren, besonders, wenn man auf nichts Lust hat. So versteht die Protagonistin dieses unkonventionellen Films aus dem Grenzbereich von Spiel- und Experimentalfilm ihre Depression als Politikum. Und ebenso verweigert sich das Kinodebüt der Schriftstellerin Susanne Heinrich den Erzählkonventionen des Kinos. Allein aus Gründen des Budgets reduziert sich die Handlung als Gang durch eine stilisierte Kulissenlandschaft zwischen Kaschemme, Bett und Museum. Mit origineller Zynik begegnet die Protagonistin ihren Mitmenschen auf der Suche nach einem Schlafplatz: ein poppig-schriller, aber keineswegs süffiger Gang durch die exzentrische Welt einer Frau, die keine Lust auf Konventionen hat.

Zur Premiere, Fr. 21.15 Uhr, kommt Regisseurin Susanne Heinrich ins Bambi. Sa. – Di. um 21.15 Uhr

Wenn Fliegen träumen

Katharina Wackernagel ist als Schauspielerin im deutschen Fernsehen gut etabliert. Doch ab und zu tut sie sich mit ihrem (Halb-)Bruder, dem Filmemacher Jonas Grosch, zusammen, und dann machen die beiden herzerfrischend unkonventionelles Kino jenseits der TV-Quoten-Normen.

„Hoch in den Norden” führt zwei Halbschwestern das überraschende Erbe ihres Vaters, der ihnen in Finnland ein Haus hinterlassen hat. Die schwarze Psychotherapeutin Naja und die depressive Hannah gondeln also mit einem alten Feuerwehrwagen und recht skurrilem Reise-Anhang durch Skandinavien. Am Ende des Road-Movies steht natürlich die Begegnung mit sich selbst und eine Annäherung der sehr gegensätzlichen Schwestern.

Premiere am Sa. um 21 Uhr im Metropol mit Katharina Wackernagel und Jonas Grosch

They Shall Not Grow Old

Die Doppeldeutigkeit des englischen Titels fasst die Dimensionen des Projektes treffend zusammen: Sie werden nicht alt, und sie sollen nicht alt werden. Tatsächlich sind viele der „Darsteller” dieses Films nicht alt geworden, sie starben jung in den Schützengräben der Westfront. Das ist nun 100 Jahre her und im Angedenken an seinen Großvater hat sich „Herr der Ringe”-Regisseur Peter Jackson daran gemacht, altes Filmmaterial mit modernen Mitteln der Computer-Kolorierung neues Leben einzuhauchen. Tatsächlich bewirken Farbe und eine Nachvertonung der Bilder einen sehr lebensechten Effekt, der den Bildern die Patina verkratzter, stummer Schwarz-Weiß-Aufnahmen nimmt, denen mit 3D auch eine zusätzliche Dimension verliehen wurde.

Atelier Do. 19 Uhr, Sa./So. 14 Uhr (engl. Original mit Untertiteln)

Mamacita

Mamacita achtet auch mit 95 noch auf ihr Äußeres, schließlich hat sie vor Jahrzehnten in Mexiko ein Firmenimperium mit Schönheitsprodukten aufgebaut. Da liegt es nahe, dass der Enkel nach einem Filmstudium in Europa nun einen Film über die Patriarchin macht. Doch hinter der überschminkten Fassade der Beauty-Dynastie zeigen sich bald Risse und Verwerfungen.

Do. um 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs im Bambi, Sa/So. um 14.30 Uhr (span. Original mit Untertiteln)

Before Stonewall

Der Aufstand brach vor 50 Jahren in der New Yorker Gay-Bar „Stonewall Inn” aus. Auf eine willkürliche Razzia der Polizei reagierte die Szene mit Rebellion. Über Tage dauerten die gewalttätigen Unruhen, an der mehrere tausend Homosexuelle rund um die Christopher Street teilnahmen. 1984, fünfzehn Jahre nach den Ereignissen, auf den der „Gay Pride”-Day (in Deutschland: Christopher Street Day) zurückgeht, erschien die Dokumentation „Before Stonewall” von Greta Schiller und Robert Rosenberg, die wiederaufgeführt wird.

Bambi, Do., 21.15 Uhr (engl. Original mit Untertiteln)

Magie der Wildpferde

Sie gelten als der Inbegriff wildromantischer Freiheit. Doch tatsächlich ist das Leben von Pferden in freier Wildbahn bedroht. Während einige Experten an Strategien zur Erziehung der Wildpferde für die Menschenwelt arbeiten, bemühen sich andalusische Pferdezüchter um die Erhaltung des Wildbestandes. Die Dokumentation von Caro Lobig verschweigt die Misere nicht, widmet sich aber überwiegend der Faszination, die diese Tiere auf den Menschen ausüben.

Cinema, tgl. 16.45 Uhr

Ein Becken voller Männer

Gut zehn Jahre nachdem die schwedische Produktion „Männer im Wasser” zum ersten Mal ein männliches Synchronschwimm-Team ins Feelgood-Becken geschickt hat und nur ein Jahr nachdem die Engländer mit „Swimming With Men” einen englischen Aufguss des kuriosen “Mann”-schaftssports ins Kino gebracht haben, kommt nun der französische Abklatsch auf die Leinwand: Das Team der Möchtegern-Poolballetteusen findet allerdings in der ehemaligen Profi-Synchronschwimmerin Delphine (auch sie mit einem Haufen Problemen belastet) eine toughe Trainerin, die keine Schwächen durchgehen lässt.

Wenig origineller Neuaufguss des bekannten Sujets, die angesprochenen Probleme von Depression bis Alkoholismus lösen sich rechtzeitig im seichten Wasser der etwas langatmigen Schwimm-Kür.

Atelier, tgl. 16.30, 19 u. 21.30 Uhr (am Mo. um 21.30 Uhr im frz. Original mit Untertiteln)