Rundgang : Von Heiligen und ihren Häusern

Neben dem Dom sind die Romanischen Kirchen der größte Schatz Kölns. Die zwölf Gotteshäuser zählen zu den bedeutendsten Sakralbauten am Rhein. Jede Kirche hat ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter.

Im Moment sind diese wegen der Pandemie nur für das persönliche Gebet geöffnet. Wir haben für Sie einen Stadtspaziergang gemacht, der vom heimischen Sofa aus den Blick auf Köln ermöglicht.

Imposant ist die Kirche Groß St. Martin, die mit ihrem Turm das Kölner Stadtpanorama prägt. St. Martin ist einer der beliebtesten Heiligen im Rheinland. Kein Wunder, dass man ihm in Köln eine Kirche weihte. Vorgängerbauten waren eine römische Sportanlage mit Schwimmbad und später eine antike Lagerhalle. Die Basilika wurde im 12. Jahrhundert errichtet und diente als Abteikirche. Heute hat dort die monastische Gemeinde von Jerusalem ihren Platz.

Weiter geht es dem Rheinufer entlang zu St. Kunibert. Es ist die jüngste romanische Kirche der Stadt – ihr Bau startete 1210. St. Kunibert war Kölner Bischof. Der Schrein mit seinen Gebeinen findet sich in seiner Kirche. Im Bereich der Krypta liegt ein sagenumwobener, heiliger Brunnen, der heute nicht mehr zugänglich ist – der Kunibertspütz. Dort soll der Legende nach die hl. Maria mit den ungeborenen Kindern gespielt haben, bis ihre Mütter sie abholten.

Jetzt führt der Weg zu St. Andreas. Nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte das Gotteshaus eine Zeit lang als stellvertretender Dom, der durch die Luftangriffe schwer beschädigt wurde. Dort übernahmen die Dominikaner die Seelsorge, da ihr Klostergebäude an der Lindenstraße ebenfalls nicht nutzbar war. Zu finden sind in St. Andreas die Gebeine des Universalgelehrten Albertus Magnus und die Kirchenfenster von Markus Lüpertz.

Nicht weit entfernt findet sich die Kirche St. Ursula. Mit ihren 11.000 Jungfrauen soll die Heilige der Legende nach auf dem Rückweg von einer Pilgerreise vor den Toren Kölns den Märtyrertod gefunden haben. In der Kirche findet sich nicht nur der goldene Ursula-Schrein, sondern auch die „Goldene Kammer“, bis obenhin gefüllt mit unzähligen Knochen. Golden glänzt zudem die Spitze des Kirchturms.

Die nächste Station ist St. Gereon. Direkt vor dem Gotteshaus findet sich ein riesiger steinerner Kopf, der als vom Künstler Iskender Yediler geschaffenes Mahnmal an den grausamen Tod des Schutzpatrons erinnert. Schon im 4. Jahrhundert gab es einen Vorgängerbau von St. Gereon. 600 Jahr später wurde die Kirche unter Erzbischof Anno auf ihre heutige Größe erweitert.

Für die letzte Kirche geht es zurück zum Rhein – St. Maria in Lyskirchen, die kleinste romanische Kirche der Stadt. Mit ihrer rosafarbenen Fassade hat sie ihr ganz eigenes Erscheinungsbild. Die dreischiffige Emporenbasilika mit großflächig erhaltener Gewölbefresken und der Schiffermadonna entstand in ihrer heutigen Form zwischen 1198 und 1225.