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Rundgang: Vom Overstolzenhaus zur Südbrücke

Rundgang : Vom Overstolzenhaus zur Südbrücke

Köln Der Kölner Süden gilt als besonders beliebter Teil der Großstadt Köln. Los geht es beim kleinen Spaziergang, der den Menschen auch in Lockdown-Zeiten den Blick nach Köln ermöglichen möchte, etwas weiter im Norden, am Overstolzenhaus mit seiner prächtigen Fassade, die man unweit des Heumarkts entdecken kann.

Das Gebäude im romanischen Stil gehört zu den ältesten Kölns und ist nach dem Trierer Dreikönigenhaus das zweiälteste Patrizierhaus Deutschlands. Errichtet wurde es mit seinen markanten Stufengiebeln um 1230. Heute wird das Overstolzenhaus von der Kunsthochschule für Medien genutzt.

Nun führt der Weg am Rhein entlang in Richtung Süden. Kurz vor dem Ubierring geht es stadteinwärts zum Bürgerhaus Stollwerck. Der rote Backsteinbau stammt aus dem Jahr 1906 und diente damals als preußisches Provianthaus. Seinen Namen hat das Haus von der früheren Schokoladenfabrik, die in der Südstadt ihren Sitz hatte. Später nutzen Künstler das Gelände und seine Gebäude. So hatte der Circus Roncalli dort sein Winterquartier. Als das Gebäudeensemble verschwinden sollte, wurde es von den Künstlern besetzt. Viele Gebäude verschwanden trotzdem, übrig blieb unter anderem das heutige Bürgerhaus. Seit 1987 ist das Stollwerck mit seinem großen Saal für 500 Personen das größte Bürgerhaus Kölns, wo es in normalen Zeiten viele Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen gibt.

Weiter geht es zum Campus Südstadt der TH. Dort hatte die 1919 neugegründete Kölner Universität zunächst in den alten Gebäuden der Handelshochschule am Römerpark ihren Platz. 1929 wurde der Grundstein für das Hauptgebäude der neuen Universität gelegt, das bis heute von der TH in dieser Funktion genutzt wird. Mitte der 1930er Jahr zog die Uni wegen steigender Studentenzahlen an ihren heutigen Platz rund um die Universitätsstraße.

Unweit von der TH liegt der 4,5 Hektar große Friedenspark, ein beliebtes Naherholungsziel im Kölner Süden. Zentraler Bau ist dort das Fort I, das wie eine mächtige Burg mitten im Grünen steht. Hoch oben ist die Adlerplastik von Georg Grasegger zu sehen. Der Friedenspark war die erste Kölner Grünanlage an einem preußischen Festungswall.

Etwas weiter südlich quert die Südbrücke den Rhein. Sie ist Kölns einzige reine Eisenbahnbrücke, die aber auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. Die 368 Meter lange Stahlbrücke wurde 1910 eröffnet. Sie dient heute vor allem dem Güterverkehr als Rheinquerung. Mit ihren neuromanischen Steinbauten steht die Südbrücke heute unter Denkmalschutz.

In direkter Nähe haben die Kölner Skater ihren Platz am Rhein gefunden. Ziel war es mit dem neuen Skatepark, die Aktiven von der Domplatte zu vertreiben. Das „Kap 686“ verfügt über eine Gesamtfläche von 2000 Quadratmetern und ist mit seiner guten Ausstattung bundesweit bei Skatern angesagt. Vom Platz haben sie noch immer den Dom im Blick.