Die Euphorie um Fortuna ist riesig

Die Euphorie um Fortuna ist riesig

WSV Samstag um 14.30 Uhr im Kölner Südstadion

Wuppertal. Der Wunsch von Mitja Schäfer ist in Erfüllung gegangen. Vor einem Jahr hatte der Verteidiger von Fortuna Köln, der von 2008 bis 2010 in 68 Spielen das Trikot des Wuppertaler SV trug, am Rande des Testspiels beim WSV (0:2) gesagt, er hoffe, dass sich beide Vereine schon bald in einer Liga wiedersehen. Um dies nun wahr werden zu lassen, brauchte es neben der üblen Saison des WSV allerdings auch noch der Mithilfe von Germania Windeck. Der sportliche Aufsteiger aus dem Rhein-Sieg-Kreis zog sich in die sechstklassige Mittelrhein-Liga zurück, nachdem Mäzen Franz-Josef Wernze angekündigt hatte, sein Geld zukünftig in den fünftklassigen NRW-Ligisten Viktoria Köln zu investieren.

So war der Weg frei für Fortuna Köln, um nach sechs düsteren Jahren nun zumindest endlich wieder in der vierten Liga spielen zu können, wo sich das Team aus Zollstock nicht verstecken will. „Meine Mannschaft weiß, was sie kann und wird das auch zeigen“, sagt Trainer Uwe Koschinat. Die Euphorie in der Südstadt ist riesengroß, nachdem noch vor acht Jahren nur mit größten Anstrengungen die Insolvenz vermieden werden konnte. 2003 ließ die Mannschaft für ein Foto sogar die Hüllen fallen und warb mit dem Slogan „Greift einem nackten Mann bitte unter die Arme“.

Inzwischen hat sich der DFB-Pokal-Finalist von 1983 stabilisiert und schlägt - ganz kölsche Mentalität - gleich forsche Töne an. „Für mich ist die Begegnung mit dem WSV schon ein Schlüsselspiel für die weitere Saison“, sagt Koschinat, ergänzt aber einschränkend: „Allerdings müssen wir dabei sicher anders auftreten, als vor einer Woche in Wattenscheid. Unser Punktgewinn dort war sehr schmeichelhaft.“

In der Lohrheide gab es gegen den VfL Bochum II ein 1:1, das erst fünf Minuten vor Schluss durch Silvio Pagano gerettet wurde. „Es war wichtig, nicht mit einer Niederlage zu starten und nach diesem eher schlechten Spiel ist das Ergebnis vor allem gut für die Moral gewesen“, sagte der 25-Jährige, der in der vergangenen Saison in 31 Partien für den WSV acht Tore erzielte. Nun aber warnt der gebürtige Sonnborner, der gerne beim WSV geblieben wäre, seinen alten Arbeitgeber. „Wir werden sehen, wer am Ende oben steht. Der WSV ist mit seinem Kader sicher der Liga-Primus, aber Namen sind keine Aufstiegsgarantie.“

Anreisetipp: Da mit einem erhöhten Zuschauerandrang gerechnet wird und die Parkplatzsituation nicht gut ist, bittet Fortuna Köln um eine rechtzeitige Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

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