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Grimaldi vor sechstem Comeback beim KFC Uerdingen

Fußball : Grimaldi vor sechstem Comeback

Leidgeplagter Stürmer des KFC steht für einen Kurzeinsatz im Heimspiel am Samstag gegen Unterhaching wieder zur Verfügung.

Stefan Krämer hat Mitleid. Überall um den Profifußball herum legt die Pandemie weite Teile des Sportbetriebs und andere Branchen still. Manche Athleten haben seit mehreren Monaten keine Wettkämpfe mehr bestritten. Da geht es nun auch ums Eingemachte, an die wirtschaftliche Substanz, egal ob Mannschaft oder Einzelsportler. Vor allem, wenn keine Zuschauer zugelassen sind, drohen allerorten herbe Verluste. „Es tut mir wirklich leid auch für andere Sportarten“, sagt der Trainer des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen.

Trainer Krämer: „Er hat zuletzt sehr hart gearbeitet“

Er und sein Club sind bisher noch glimpflich davongekommen, was den sportlichen Betrieb angeht. Das Coronavirus macht noch einen Bogen um den KFC. Das kann man längst nicht mehr von anderen Konkurrenten der Liga sagen. „Ich bin heilfroh, dass wir unseren Beruf noch ausüben können. Wir sind natürlich nicht so blauäugig zu sagen, dass es uns nicht auch treffen kann. Ich sehe die Situation sehr kritisch“, sagt Krämer auch in Bezug auf andere Branchen.

Sechs Spielabsagen in der 3.Liga sind schon passiert bisher. Positiv gemeldete Fälle gab es schon in mehreren Vereinen. Zuletzt musste auch Spitzenteam Hansa Rostock geschlossen in die Quarantäne. Auch der SV Meppen musste vor einigen Tagen das Training abbrechen und sich in die Isolation begeben. Das Duell mit dem FC Bayern II fällt daher nun aus. Die Einschläge kommen näher. Bei den Uerdingern war bis Freitag noch kein Fall bekannt.

Ein Mann hat vom durchgehenden Trainingsbetrieb profitiert: Adriano Grimaldi. Der Stürmer bereitet sich auf sein sechstes Comeback beim KFC vor. Die Hoffnung, die in ihn in vorderster Front als Vollstrecker und Vorarbeiter gelegt wird, kennt er zur Genüge. Abliefern aber konnte er beim KFC noch nicht. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, wie auch in dieser Saison nach dem dritten Spieltag. Ein Muskelfaserriss an den Adduktoren hieß für ihn mal wieder: Zwangspause, Aufbautraining, Widerstände überwinden. „Er hat in den vergangenen zwei Wochen sehr hart gearbeitet“, sagt Stefan Krämer über die guten Fortschritte des 29-Jährigen. Für die Startelf reicht es offenbar noch nicht.

Für einen Kurzeinsatz aber schon. Viel wird davon abhängen, wie der Belastungstest beim am Sprunggelenk angeschlagenen Rechtsaußen Christian Kinsombi am Samstagmorgen ausfällt. Grimaldi könnte dann schon eine Notlösung sein. Anders als der KFC war der nächste Gegner, die Spielvereinigung Unterhaching, bereits vor zwei Wochen von einem Corona-Fall betroffen. Das Spiel in Halle wurde daraufhin abgesagt. Auch das darauffolgende Heimspiel gegen den SC Verl fiel aus. Bei den Westfalen war ebenfalls das Coronavirus eingezogen. Das bedeutet, dass die Mannschaft von Arie van Lent seit zwei Wochenenden ohne Pflichtspiel ist.

Uerdingens Trainer Stefan Krämer stellt sich dennoch auf eine harte Prüfung für das Heimspiel am Samstag ein: „Sie finden immer viele gute fußballerische Lösungen, haben eine saubere Spielanlage“, sagt der 53-Jährige. Dass die Gäste (sechs Treffer) aus dem Landkreis München wie auch der KFC bisher mit Toren gegeizt haben, sollte die Krefelder (7) nicht zu sehr in Sicherheit wiegen. Die Hachinger sind immer für eine Überraschung gut, sei sie positiv oder negativ. „Spielerisch gehören sie zu den besten Teams der Liga“, sagt Krämer. In der 3. Liga ist der KFC in vier Duellen gegen Haching dreimal als Verlierer vom Platz gegangen. Einen Sieg gab es noch nicht.

In der Trainingswoche hat der Cheftrainer das Augenmerk auf Standardsituationen und Durchsetzungsvermögen im offensiven Zweikampf gelegt. Daran haperte es im zweiten Durchgang gegen Lübeck zuletzt deutlich. Im ersten Durchgang dagegen ließen die Uerdinger gute Gelegenheiten aus. So blieb es beim 0:1 aus Krefelder Sicht. Der Niederlage an der Ostsee soll am Samstag ab 14 Uhr keine zweite folgen, sonst könnte der KFC wieder in die Gefilde abrutschen, aus denen man sich vor zwei Wochen mit zwei Erfolgen in Serie erst befreit hatte - die Abstiegsregion.

Da Edvinas Girdvainis zur Nationalmannschaft Litauens gereist ist, wird eine Stelle in der Innenverteidigung frei. Stefan Velkov oder Gino Fechner seien dafür Kandidaten, so Krämer, der sich aber auch eine Systemumstellung offen lässt.