Lutz Pfannenstiel als Sportdirektor bei Fortuna Düsseldorf im Gespräch

Fortuna Düsseldorf : Pfannenstiel als Sportdirektor im Gespräch

Der 45 Jahre alte Ex-Profi könnte den seit Mai 2016 vakanten Posten bei der Fortuna besetzen. Aktuell ist der Weltenbummler bei der TSG 1899 Hoffenheim tätig.

Fortuna Düsseldorf scheint bei der Suche nach einem Sportdirektor einen großen Schritt vorangekommen zu sein. Der Fußball-Bundesligist soll in engem Kontakt zu Lutz Pfannenstiel stehen, der aktuell als Scout und Mann für internationale Beziehungen bei der TSG 1899 Hoffenheim tätig ist und zudem als Assistent von Sportdirektor Alexander Rosen fungiert.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung und des Fachmagazins „Kicker“ steht in den kommenden Tagen ein weiteres Gespräch zwischen Verein und Kandidat an. Reinhold Ernst, Aufsichtsratsvorsitzender der Fortuna, äußerte gegenüber der „Bild“, dass der Klub „in der Findungsphase“ sei und „Namen nicht kommentiere“. Auf WZ-Nachfrage gab es von Vereinsseite keine weiteren Äußerungen. „Wir können jetzt nicht zu jedem Namen etwas sagen“, erklärte Mediendirektor Thomas Gassmann am Donnerstagmittag. Dem Vernehmen nach soll es mehrere Kandidaten geben, Pfannenstiel ist kurz vor dem Auswärtsspiel der Fortuna beim FC Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr) das heißeste Gerücht.

Unklar scheint ebenfalls noch, ob der 45-Jährige als Sportdirektor oder als Sportvorstand fungieren wird. Letzteren Posten bekleidet derzeit ehrenamtlich Erich Rutemöller. Wahrscheinlicher ist, dass Pfannenstiel Sportdirektor wird.

Als Profi war der in Zwiesel geborene Niederbayer auf allen fünf Kontinenten aktiv, hütete Tore in England, Südafrika, Singapur, Finnland, Malaysia, Neuseeland, Kanada, Albanien und Brasilien. 19 Jahren stand der spätere Weltenbummler in der dritten Bayernliga für den 1. FC Bad Kötzing zwischen den Pfosten und erhielt ein Angebot von Bayern München. Doch Pfannenstiel lehnte ab, zog in die weite Fußballwelt und spielte in Deutschland zwischendurch nur für wenige Monate bei Wacker Burghausen — ehe es ihn wieder in die Ferne zog.

Erich Rutemöller könnte den Neuling selbst einarbeiten

Der mittlerweile 45-Jährige war zuletzt auch TV-Experte beim ZDF, der englischen BBC und dem Streaming-Dienst DAZN und ist international gut vernetzt. Doch was steckt hinter der Idee der Fortuna, einen Neuling auf dieser wichtigen Position zu installieren? Gute Verbindungen in die Fußball-Welt sind das eine. Andererseits verfügt Pfannenstiel über keinerlei Erfahrung als Sportdirektor oder Sportvorstand.

In den vergangenen Monaten hatte Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer stets betont, dass es bei der Besetzung des Sportdirektor-Postens keinen zeitlichen Druck gäbe. Jetzt scheint es der Verein doch eiliger zu haben. Sollte es eine Einigung mit Pfannenstiel und der TSG Hoffenheim geben, könnte er bereits in der Winter-Transferperiode seinen Einfluss geltend machen. Sportvorstand Rutemöller gilt als ähnlich gut vernetzt wie Pfannenstiel, ist mit 73 Jahren aber deutlich älter. Sollte es tatsächlich zu einer Verpflichtung kommen, könnte Rutemöller den neuen Mann selbst einarbeiten.

Seit Rachid Azzouzi im Mai 2016 entlassen wurde, ist die Position des Sportdirektors bei der Fortuna unbesetzt. Uwe Stöver, Jens Lehmann und Christian Möckel wurden in den zurückliegenden eineinhalb Jahren als Kandidaten gehandelt. Auch über eine interne Lösung mit Ex-Spieler Christian Weber soll nachgedacht worden sein. Konkreter wurde es jeweils nie. Das scheint mit Pfannenstiel nun anders zu sein. Auch wenn der Verein bisher abwiegelt.

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