Leverkusens Charles Aranguiz: Stiller Motor der „Werkself"

Fortuna-Gegner Leverkusen : Charles Aranguiz: Stiller Motor der „Werkself"

Kai Havertz ist der Star, doch der Chilene verleiht Leverkusen die Stabilität.

Geht es um den TSV Bayer 04 Leverkusen, könnte an dieser Stelle über Kai Havertz berichtet werden. Die gefühlt 369. Geschichte mit dem deutschen Ausnahmetalent würde ganz besonders Charles Aranguiz freuen. Der zentrale Mittelfeldspieler mag es nämlich überhaupt nicht, in der Öffentlichkeit zu stehen. Vor vier Jahren kam Aranguiz nach Leverkusen, Gespräche oder Interviews mit ihm sind nur schwer zu bekommen. Der 30-jährige Chilene gilt als großer Schweiger.

Umso mehr dürften die Verantwortlichen unter dem Bayer-Kreuz aufgehorcht haben, als Aranguiz nun gegenüber dem TV-Sender „Fox Sports Chile“ ob des am 2. September schließenden Transferfensters erklärte: „Mein Vertrag gilt bis Juni 2020 und ich werde nicht an irgendeine Tür klopfen, um mir den Weg aus Leverkusen zu bahnen. Ich schätze alles, was dieser Verein für mich getan hat und möchte eine Einigung erzielen, damit ich bleiben kann.“

Nicht der Schnellste zu Fuß,
aber der Schnellste im Kopf

Mit den Steinen, die Sport-Geschäftsführer Rudi Völler bei diesen Sätzen vom Herz gefallen sind, ließe sich das ganze Leverkusener Autobahnkreuz pflastern. Denn Havertz hin, Havertz her — Motor und Schaltzentrale im Spiel der „Werkself“ ist Charles Aranguiz. Das fällt durch seine sachliche Spielweise erst einmal nicht groß auf. Es fällt erst auf, wenn er nicht auf dem Platz ist. So wie in der Hinrunde der vergangenen Saison, als er wegen Knieproblemen bis in den November hinein ausfiel. Leverkusen geriet in die Abstiegszone, mit Aranguiz schaffte das Team von Trainer Peter Bosz dann die Champions-League-Qualifikation.

„Charly ist nicht der schnellste im Kader, aber er denkt am schnellsten“, sagt Bosz. Aranguiz antizipiert Situationen, füllt Räume und ist stark gegen den Ball. Mit seiner Übersicht hält er der oft ungestümen Offensive der „Werkself“ den Rücken frei und sorgt so für das nötige Gleichgewicht im Spiel. Der Mann mit der Nummer 20 gehört zur Gattung der unverzichtbaren Schlüsselspieler. Er ist verlässlich und stets da, wo er gebraucht wird. Einer, der ein Team führt, ohne sich dabei in den Vordergrund zu schieben. Chile verhalf dies 2015 sowie 2016 zum Gewinn der Copa America. Reden muss Charles Aranguiz darüber aber nicht unbedingt.

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