Bundesliga: Fortuna Düsseldorfs große Stärke ist das Kollektiv

Fortuna Düsseldorf : Fortunas große Stärke ist auch in der neue Saison das Kollektiv

Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel setzt auch in der neuen Saison auf seinen kollektiv starken Kader. Für die Startelf könnte das häufiger Überraschungen bedeuten.

Viel Lob der Anhänger und gute Kritiken im gedruckten sowie digitalen „Blätterwald“ gab es nach dem 3:1-Auftaktsieg bei Werder Bremen gleich für mehrere Profis von Fortuna Düsseldorf. Unter den Feldspielern wurden insbesondere Kenan Karaman und Lewis Baker hervorgehoben. Eine Garantie für einen Verbleib in der Anfangsformation des Fußball-Bundesligisten ist das alles jedoch nicht. Selbst dann nicht, wenn der Cheftrainer seinerseits ebenfalls Lob verteilt. „Wir haben einen sinnvoll zusammengestellten Kader, sind auf jeder Position doppelt und entsprechend gut besetzt“, hatte Friedhelm Funkel sogleich nachgeschoben.

Eine echte Startelf hat der 65-Jährige in der Vorsaison nicht gehabt. Abgesehen von Torhüter Michael Rensing standen gerade mal fünf Spieler in mehr als zwei Dritteln der Ligaspiele beim Anpfiff auf dem Rasen: Neben den Abwehrspielern Matthias Zimmermann, Kaan Ayhan, Niko Gießelmann und Marcin Kaminski (ist zum VfB Stuttgart zurückgekehrt) erlebte lediglich Kevin Stöger mindestens 22 Spiele in der Anfangsformation. Zahlreiche andere Klubs, beispielsweise Hertha BSC oder Eintracht Frankfurt, agierten mit einem größeren Stamm.

Regelmäßige Wechsel werden bei der Fortuna weiter dazugehören. Funkel hat erneut einen Stamm von 17, 18 oder gar 19 Spielern, auf die die Mehrzahl der Einsätze verteilt werden dürfte. Ein gutes Beispiel für dieses „Jobsharing“ ist die Zentrale im Mittelfeld. „Da haben wir mit Lewis Baker, Alfredo Morales, Marcel Sobottka und Adam Bodzek vier Kandidaten, von denen im Regelfall nur zwei spielen können“, erklärte Funkel.

Bodzek war gegen Bremen nach seiner Roten Karte vom 33. Spieltag der vergangenen Saison noch gesperrt, könnte gegen Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr, Arena) aber in den Kader zurückkehren. Sollte der Routinier gleich von Beginn an mitwirken dürfen, müssten entweder Baker oder Morales weichen. Mit Jean Zimmer und Dawid Kownacki, die inzwischen wieder voll umfänglich am Mannschaftstraining teilnehmen können, stehen Fortunas Trainer zusätzliche Alternativen für die offensive Außenbahn sowie die Mittelstürmerposition zur Verfügung. Auf der Ausfallliste stehen neben den Torhütern Michael Rensing, Raphael Wolf und Tim Wiesner damit „nur“ noch Kevin Stöger (Kreuzbandriss), Nana Ampomah (Muskefaserriss) und Aymen Barkok (Schultereckgelenksprenung).

Kein „Unterschiedsspieler“ — Stärke durch das Kollektiv

Anlässlich der EM 1996 gab der damalige Bundestrainer Berti Vogts „Der Star ist die Mannschaft“, zu Protokoll. Und verzichtete bei der Nominierung auf Lothar Matthäus. Auf die Fortuna trifft jenes Motto in gewisser Weise ebenso zu. Funkel hat keinen dieser „Unterschiedsspieler“, die eine Begegnung alleine entscheiden. Er würde auch nicht ins Konzept passen. Stattdessen setzt die Fortuna auf das Kollektiv. Funkel sorgt mit den regelmäßigen Wechseln gerade bei den Offensivspielern für körperliche Frische und passt seine Aufstellungen stets dem Gegner an.

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