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Leverkusen: Havertz hält die „Werkself“ über Wasser

Bayer Leverkusen : Leverkusen: Teenager Havertz hält die „Werkself“ über Wasser

Der junge Offensivspieler Kai Havertz ist aktuell der Lichtblick bei Bayer Leverkusen. Er ist das größte Mittelfeld-Talent seit Toni Kroos“, sagte Trainer Heiko Herrlich.

Stellen Sie sich vor, in einem Kindergarten können die Erzieherinnen zwar kochen, lassen das Essen aber stets anbrennen und müssen sich erst von einem der Kinder zeigen lassen, wie man eine vernünftige Mahlzeit auf den Tisch bekommt. So ähnlich sah es auch bei Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen aus. Alles hochbegabte Kicker, doch nach drei Spielen noch immer ohne Punkt. Weil zwar viele Chancen heraus gearbeitet, im Abschluss aber vergeben wurden. Den kompletten Fehlstart der „Werkself“ musste dann in der vergangenen Woche ein gerade mal 19-Jähriger verhindern.

Kai Havertz führte sein Team zunächst am Donnerstag im Europa-League-Spiel bei Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien nach einem 0:2-Rückstand mit zwei sehenswerten Treffern noch zum 3:2. Am Sonntag dann erzielte der Mittelfeldspieler das entscheidende Tor beim 1:0 über Mainz 05. „Kai war der überragende Mann. Nicht nur wegen seiner Tore, die waren nur das Sahnehäubchen. Er ist das größte Mittelfeld-Talent seit Toni Kroos“, sagte Trainer Heiko Herrlich und Torhüter Lukas Hradecky meinte: „Ich habe noch nie ein besseres Talent gesehen. Die anderen schauen zu ihm auf, obwohl er einer der jüngsten bei uns ist.“

Erst 19 Jahre alt und schon an 26 Treffern direkt beteiligt

Mit elf Jahren war Havertz von Alemannia Aachen in die Leverkusener Jugend gekommen, bereits vor knapp zwei Jahren bestritt er sein erstes Bundesliga-Spiel und Anfang September debütierte er gegen Peru auch in der Nationalmannschaft. Für sein Alter wirkt Havertz erstaunlich reif, seine Aktionen sind intelligent und abgeklärt. Im Mittelfeld kann ihn Herrlich offensiv wie defensiv einsetzen. Gegen den Ball arbeitet Havertz mit großer Physis — mit dem Ball ist er beidfüßig stark, schnell sowie zudem auch im Kopfballspiel gefährlich. Trotz seiner erst 19 Jahre stehen für ihn schon elf Treffer und 15 Tor-Vorlagen zu Buche.

Dabei wurde Havertz von den Jugend-Trainern oft für fehlende Mentalität kritisiert. „Auch in dieser Hinsicht hat sich Kai entwickelt, er übernimmt nun viel mehr Verantwortung“, sagte Herrlich. Angst, dass der so Gelobte die Bodenhaftung verlieren könnte, muss der 46-Jährige jedoch nicht haben. „Ich weiß, dass ich noch viel zu verbessern habe. Ich muss noch mehr Mentalität einbringen“, meint Havertz, der aktuelle Lichtblick im Bayer-Team.