Fortuna Düsseldorfs Zimmermann: „Ich spiele wie ein kleiner Giftzwerg“

Fortuna Düsseldorf : Zimmermann: „Ich spiele wie ein kleiner Giftzwerg“

Matthias Zimmermann freut sich sehr auf das Spiel gegen die übermächtig scheinenden Bayern. Der Defensivspieler der Fortuna will den Stars den Spaß verderben.

Wenn sich Trainer ihre Spieler backen könnten, würden sie sicherlich alle die Zutaten nehmen, um einen Profi zu erhalten wie Matthias Zimmermann. Eine bessere Einstellung und noch mehr Spaß am Spiel als beim 27 Jahre alten Defensivspieler von Fortuna Düsseldorf wird sich in der Fußball-Bundesliga wohl kaum noch finden lassen. So ist „Zimbo“ oder auch „Matze“ der ideale Gesprächspartner vor dem Spiel gegen den FC Bayern München am Samstag. Seine Kollegen sagen: „Wir müssen kompakt stehen, wir müssen unbequem sein, wir müssen mutig sein“. Matthias Zimmermann drückt das noch deutlich  klarer aus. „Wir müssen gegen diesen Gegner eklig spielen. Ich werde in diesem Spiel ein kleiner Giftzwerg sein und ganz sicher sehr viel Spaß in den 90 Minuten haben“, sagt der Fortuna-Profi, der noch nicht einmal weiß, ob er auf der „Sechs“ vor der Abwehr oder als rechter Verteidiger von seinem Trainer aufgeboten wird.

„Gegen wen ich da spiele, ist mir eigentlich egal, ob Coman oder Gnabry oder sonstwer“, sagt der 27-Jährige. Dass er von Anfang spielen wird, daran besteht jedoch für niemanden ein Zweifel. „Es ist großartig, dieses Vertrauen vom Trainer zu spüren.“ Verpasst hat er gerade einmal zehn Minuten, nachdem er als Torschütze beim 1:1 in Leipzig kurz vor dem Ende ausgewechselt worden war. Seitdem hat er immer 90 Minuten durchgespielt. „Ich habe es am liebsten, wenn ich nach den Spielen völlig erschöpft aufs Sofa sinken und sagen kann, dass ich alles gegeben habe.“ Mit drei Punkten belohnt ist das dann für ihn noch schöner.

Zimmermann hat mit Stuttgart 4:1 gegen die Bayern gewonnen

„Gegen die Bayern zu spielen, ist für uns schon das Highlight, vor allem zu Hause“, sagt er. „Der Ansporn ist groß, einer der besten Mannschaften Europas ein Bein zu stellen.“ Er habe mit der Fortuna ja nichts zu verlieren, sagt er. Umso schöner wäre es dann, wenn es etwas zu gewinnen gibt. Erlebt hat er das schon einmal. Mit dem VfB Stuttgart hat er das im letzten Saisonspiel vor dem Wechsel nach Düsseldorf geschafft. „Es war traumhaft, bei meinem Comeback nach einer langen Verletzung in München mit 4:1 zu gewinnen. So etwas noch einmal zu leben, wäre großartig“, sagt Zimmermann, der weiß, dass dies im Augenblick schwieriger sein dürfte als in einem Spiel, in dem es letztlich um nichts mehr ging.

„Es ist schon so, dass die Jungs gerade einen guten Lauf haben“, meint der Fortuna-Profi, der hofft, dass sich seiner Mannschaft auch zwei, drei Chancen nach Umschaltsituationen bieten werden. „Aber dazu müssen wir die Defensive verdichten und den Bayern keinen Raum lassen. Sie müssten auch körperlich spüren, dass wir auf dem Platz sind.“ Damit meint Zimmermann keine unfairen Aktionen, sondern Kampf und leidenschaftliches (lauf-)Spiel. „Wir müssen schon zur Sache gehen.“

Nervosität wird es laut Zimmermann nicht geben. „Es ist doch toll, sich mit  solchen Spielern und einer solchen Mannschaft zu messen und sie zu ärgern. Wir müssen nur mutig sein und mit Spaß an die Sache herangehen.“ Überdrehen ist auch kein Thema. „Dann holen dich die Bayern schnell auf den Boden der Tatsachen.“

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