Auf den Spuren anerkannter Suchtmittel und Geheimnisse: die kuriosesten Museen Europas

Reise : Auf den Spuren anerkannter Suchtmittel und Geheimnisse: die kuriosesten Museen Europas

Wer an ein Musem denkt, assoziiert die Einrichtungen häufig mit historischen Relikten, großen Meisterwerken oder tierischen Exponaten. Dennoch ist kein Museum wie das andere. Das beweisen die kuriosten Museen Europas, die mal geheimnisvoll sind, einen hohen Suchtfaktor versprechen oder sich den handwerklichen Dingen des Lebens widmen. Wir stellen die bizarrsten europäischen Museen vor.

Geheimnisvoll und gut: Top-Secret-Museum in Oberhausen

Man muss gar nicht weit in die Ferne schweifen, um im Top Secret-Museum in Oberhausen seine Qualität als Spion zu testen. Hier begegnen sich Möchtegern-Spione von heute und morgen, um sich besonderen Herausforderungen zu stellen. Gelingt es den Eindringlingen, sich an Sicherheitslasern vorbeizuwinden, ohne dass der Alarm ausgelöst wird? Was hat es mit der Kirsche im Martiniglas auf sich, die als getarntes Mikrofon mehr Schein als Sein ist? Diesen und vielen weiteren Fragen widmet sich das Top Secret-Museum, in dem Besucher ebenfalls erfahren, welche Datenspuren sie durch einen einfachen Einkauf hinterlassen.

Das Haschmuseum: ein Museum mit Suchtfaktor?

Einem Thema der völlig anderen Art widmet sich das in Amsterdam gelegene Haschmuseum. Diese seit Jahrzehnten umstrittene Droge steht im Fokus des Museums, das den historischen Wandel und die Besonderheiten dieses Wirkstoffs von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Wie gelang es dem erfolgreichsten Cannabisschmuggler Europas, sich diesen Ruf zu erarbeiten? Stimmt es, dass Menschen aus dem einstigen Japan sogar Mode aus Hanf trugen? Welche Verbindung besteht zwischen Cannabis und Columbus? Auf diese und viele weitere Fragen geht diese Institution ein.

Werkzeuge einmal anders: im Hammermuseum

Beim Hammermuseum in Frankfurt am Main ist der Name Programm. In diesem skurrilen Museum werden all die Besucher eines Besseren belehrt, die der Meinung sind, es gäbe nur eine Unterscheidung in kleine und große Hammer. Diese Einrichtung ist dem Bildhauer Oskar Mahler zu verdanken. Der Künstler hat die Ausstellung als Installation sowie Sammlung zugleich eingerichtet. Hier präsentiert der Bildhauer das Werkzeug in allen vorstellbaren Größen, Formen und Farben. Außerdem gibt das Museum zu verstehen, was es mit den Worten: "Seinen Lieblingshammer gibt man nicht aus der Hand, der ist auf einen zugeschlagen." auf sich hat.

Ein Besuch im Phallusmuseum in Reykjavik

Pikant und etwas sonderbar ist das Thema, dem sich das in Reykjavik gelegene Phallusmuseum verschrieben hat. Wie diese Bezeichnung bereits vermuten lässt, widmet sich diese Ausstellung dem besten Stück aller nur vorstellbaren männlichen Lebewesen. Auf der Homepage des Museums weisen die Betreiber des Museums darauf hin, dass Phallologie noch immer als wissenschaftliche Randdisziplin behandelt werde. Deshalb möchte das Phallusmuseum diese Wissenschaft thematisieren, ohne dabei besonders ernst genommen werden zu wollen. Wer möchte, sollte bei einem Hamster beispielsweise ganz genau hinschauen, um dessen Penis zu entdecken. Diese Suche fällt bei dem ausgestellten Wal gewiss schon leichter. Nichtsdestotrotz dient die Ausstellung in erster Linie der Unterhaltung. Besonderer Clou: das Museum hat sogar ein eigenes Lied.

Hier kommt keine Langeweile auf

Museen wie diese beweisen: eine Entdeckungsreise durch die kuriosesten Museen Europas ist vieles, aber nicht langweilig. Dank Institutionen wie dem Museum zerbrochener Beziehungen aus Zagreb oder dem Narrenturm aus Wien mit einer Kuriositäten-Ausstellung menschlicher Fehlbildungen findet diese Erkundungstour noch längst kein Ende.

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