Kolumne Gute Reise Schlaflos auf Spitzbergen

Von Claudia Kasemann

 Wuppertal

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Foto: Schwartz, Anna (as)

Und, haben Sie den Sommerzeit-„Jetlag“ gut verkraftet? Endlich abends wieder länger hell, sagen die einen zur Umstellung der Zeit. Überflüssiges An-der-Uhr-Drehen, sagen die anderen. Ziel der 1980 wieder eingeführten Zeitumstellung war eigentlich die bessere Ausnutzung der Tageshelligkeit, aber irgendwie scheint kaum jemand zufrieden.

2018 befragte die EU-Kommission die Bürger zur Zeitumstellung: 84 Prozent waren in der nicht- repräsentativen Untersuchung dagegen. Für eine Abschaffung müssten sich die EU-Staaten aber vorher einig werden, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wollen. Professor Nicolas Ziebarth von der Universität Mannheim nannte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zwei konkrete Auswirkungen der Abschaffung: „Bei einer dauerhaften Winterzeit würde die Sonne dieses Jahr in Frankfurt am Main zur Sonnenwende am 21. Juni schon um 4.15 Uhr aufgehen, während sie bei einer dauerhaften Sommerzeit am 21. Dezember erst um 9.22 Uhr aufgehen würde.“

Ja, nun. Dafür würde es um Weihnachten nicht schon am Spätnachmittag stockfinster. Und ob früher hell oder länger dunkel – in Mitteleuropa gibt es immerhin zu jeder Jahreszeit vernünftiges Tageslicht fürs Gemüt und echte Dunkelheit für den Schlaf.

Anders als im hohen Norden: Mitternachtssonne ist toll, keine Frage. Aber über Wochen entweder nur Licht oder fast kein Licht? Tusen Takk, vielen Dank, und gute Nacht!

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