Immer mehr Menschen überwintern im Süden

Reise : Immer mehr Menschen überwintern im Süden

In den letzten Jahren hat sich der Zahl der Senioren, die im Süden überwintern, rasant erhöht. Doch nicht nur Senioren und Rentner genießen die wärmende Sonne im Süden Europas. Auch jüngere Menschen entkommen der Kälte in unseren Gefilden. Auch wenn dabei vorrangig das Wohnmobil infrage kommt, gibt es immer noch zahlreiche Personen, die sich für zwei bis drei Monate in Hotels einbuchen, um hier sorgenfrei zu leben.

Gran Canaria – das Urlaubsziel für Winterurlauber und Überwinterer
Auf Gran Canaria herrscht im Winter ein besonders mildes Klima, weshalb gerade die Kanaren ein beliebtes Ziel der Überwinterer und Urlauber sind. Da die Fähren relativ kostspielig sind, reisen die meisten mit dem Flugzeug an und mieten sich einen Wagen auf der Insel. Damit man noch ein Schnäppchen machen kann, sollte man bereits im Frühling oder Sommer die zahlreichen Frühbucherrabatte auf der Reiseplattform Omio nutzen, um günstige Flüge für auf die Kanaren zu buchen. Zudem bekommt man hier mit wenigen Klicks angezeigt, in welchen Regionen der Erde im Winter mit angenehmem und mildem Klima zu rechnen ist.

Natürlich können auf Omio und andern Plattformen entweder nur die Flüge oder auch gleich Hotels und Mietwagen gebucht werden. Wer allerdings die Insel erkunden und nicht festlegen möchte, sollte daran denken, dass gerade die Kanaren im Winter sehr beliebt sind. Freie Hotelzimmer gibt es somit nicht immer.

Andalusien – mildes Klima auf dem spanischen Festland
Insbesondere Wohnmobil-Liebhaber haben sich auf Andalusien und Portugal festgelegt. Insbesondere in Andalusiens Süden herrschen sehr milde Temperaturen, und selbst wenn es in der Nacht mal etwas kälter wird, kann der Tag mit mindestens 15 Grad die Überwinterer locken. Natürlich ist das Meer für Frostbeulen nicht wirklich nutzbar, aber ganz abgehärtete Überwinterer gehen auch zu dieser Zeit im Mittelmeer baden.

Wobei man hier auch sagen muss, dass es durchaus möglich ist, Tagestemperaturen von 25 bis 30 Grad zu haben. Doch Vorsicht, wenn die Sonne untergeht. Dann kann es schon empfindlich kühl werden und die Temperaturen können schnell unter 10 Grad fallen. Kommt noch Wind hinzu, kann dies schon sehr unangenehm sein.

Das Mittelmeerklima hat aber noch einen weiteren Vorteil. Insbesondere wer mit Ischia, Arthrose oder Rheuma zu kämpfen hat, wird sich bei diesem milden Klima sehr wohl fühlen. Einige berichten sogar, dass sie so gut wie keine Schmerzen haben und deutlich agiler sind als in Deutschland, wenn das nasskalte Wetter einsetzt.

Portugal und die Algarve
Auch hier herrscht ein hervorragendes Klima und macht wirklich Lust zum Überwintern. Wie in Spanien auch, sind die Portugiesen sehr hilfsbereit, freundlich und herzlich und wer einmal in diesem Land war, wird es lieben. Korkeichen-Alleen, Meeresrauschen und sehr leckeres Essen lassen den Winter schnell vergessen.

Wer dabei auf die Reise gehen möchte und mit dem Flugzeug angereist ist, hat selbstverständlich die Möglichkeit sich einen Wagen oder auch ein Wohnmobil zu mieten und Portugal zu erkunden. Doch Vorsicht, je weiter man nach Norden fährt, desto kälter wird es. Schnee ist auch hier nicht auszuschließen. Trotzdem sollte sich jeder, der sich ein Wohnmobil mietet auch etwas anderes, als die Algarve kennenlernen. Denn Portugal hat, wie Spanien auch, wunderschöne Plätze zu bieten, die nicht nur aus Touristen und Hotelketten bestehen.

Jeder, der mehr von dem Land kennenlernen möchte, sollte einfach mal von der Straße Richtung Meer abfahren und schauen, an welchem Ort er dann landet. Oftmals gibt es hier versteckte Buchten, die malerischer nicht sein könnten.

Sizilien – wunderschön Vegetation in mildem Klima
Sizilien kann sich mit 300 Sonnenstunden pro Jahr durchaus sehen lassen. Auch hier lässt es sich hervorragend überwintern und der Kälte aus Deutschland entfliehen. Dabei ist vor allem die wundervolle Vegetation eine Augenweide. Hier ist es immer grün, es duftet nach Zitronen und Orangen und die Menschen sind besonders herzlich.

Sizilien kann mit dem Wohnmobil ebenso bereist werden, wie auch als Überwinterer im Hotel mit Mietwagen. Insbesondere im Winter haben Hotelketten besondere Angebote, von denen nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Gäste profitieren. Denn mit diesen günstigen Langzeitmieten haben die Hotels die Zimmer belegt und die Überwinterer erhalten einen guten Preis, um das Land und das milde Klima zu genießen.

Foto: Pixabay/Stock Snap

Freelancer erobern den Süden
Wie am Anfang schon erwähnt, sind es nicht mehr nur Senioren, die in wärmeren Gefilden überwintern. In Zeiten des Internets gibt es immer mehr Selbstständige, die lediglich einen Internetanschluss benötigen, um ihr Geschäft zu führen. Daher nutzen immer mehr junge Menschen diese Chance, um den kalten und nassen Monaten in Deutschland entfliehen zu können.

Doch es gibt auch die Personen, die sich den Urlaub und die Überstunden von einem ganzen Jahr aufsparen, um dann den Winter in Andalusien, Portugal oder in Sizilien zu verbringen. Ohne Kinder ist dies natürlich sehr gut machbar. Schwierig wird es jedoch, wenn Kinder im schulpflichtigen Alter zum Haushalt gehören. Dann kann man solche Dinge leider nicht machen, da in Deutschland Schulpflicht herrscht. Lediglich in ganz besonderen Ausnahmen kann eine Genehmigung erteilt werden – dies ist jedoch äußerst selten.

Weitab von den Wohnmobilmassen!
Ja, die gibt es leider auch. Egal, ob man in Spanien oder Portugal überwintern möchte, es gibt Plätze, an denen sich Wohnmobil an Wohnmobil reiht. Dabei muss aber auch dazu gesagt werden, dass dies meist wildes Camping ist, da sich einige der Wohnmobilfahrer scheinbar die geringen Kosten des Stellplatzes nicht leisten können.

Von solchen Plätzen ist definitiv abzuraten, da hier in der Regel deutsche Regeln und Gesetze herrschen. Wer nach 22 Uhr noch Musik hat, wird schnell darauf hingewiesen, dass jetzt Nachtruhe herrscht. Doch auch das Grillen oder Feiern ist eher unerwünscht.

Wer also in Ruhe und entspannt im Süden den Winter verbringen möchte, sollt auf jeden Fall einen schönen Stellplatz suchen, der nicht überbevölkert ist. Zudem ist es auch möglich am anderen Ende zu stehen, um seine Ruhe zu haben. Wildes Campen ist fast überall verboten. Daher ist es wichtig, sich genau zu informieren, welche Möglichkeiten in dem jeweiligen Land bestehen und wo eventuell auch Ausnahmen gemacht werden. Denn gerade das wilde Campen kann in Portugal wie auch in Spanien richtig teuer werden. Wer sich hier nicht an die Gesetze hält, muss oft tief in die Tasche greifen, was dann natürlich wieder die Urlaubskasse schmälert.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der auch im Winter nicht zu unterschätzen ist, sind die Überfälle auf Autobahnraststätten. Hier haben sich Banden in den letzten Jahren spezialisiert und überfallen die Urlauber so schnell, dass es ein Traum sein könnte. Selbst in unmittelbarer Nähe der Restaurants schlagen die Diebe in sekundenschnelle die Scheibe ein, springen in den Wagen, fassen alles, was sie fassen können und verschwinden wieder. Betroffene erzählten, dass alles so schnell ging, dass sie gar nicht reagieren konnten. Das Schlimme dabei ist, dass sie auch nicht Halt davor machen, ob jemand im Wagen sitzt oder nicht.

Aus diesem Grund sollte man nachts, wenn möglich nicht anhalten oder von der Autobahn abfahren, wenn man tanken muss. So schont man nicht nur Nerven, sondern sichert auch sein Eigentum. Denn bisher sind nur wenige der Banden gefasst worden, und während eine Bande verurteilt wird, gibt es schon drei neue.

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