Zeit vergeudet

Was das Schlimmste an den schlechten Nachrichten von der A 1 in Langerfeld ist? Dass sie kaum noch überraschen: Seit vielen Jahren weisen die Stadt und die IHK beharrlich darauf hin, dass sich die Verkehrsinfrastruktur am Limit bewegt und dass dringend in sie investiert werden muss, will das Bergische Land als Wirtschafts- und Wohnstandort nicht auf Dauer den Anschluss verlieren — und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Passiert ist beim Blick auf baufällige Straßen, Treppen, Brücken und Wege nichts. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten schlechten Nachrichten zu verkünden sind. Dann vielleicht von der A 46, die beim Verkehrsaufkommen längst mit der A 1 mithalten kann und deren Brücken ebenfalls in die Jahre gekommen sind.
Was ist von Bundes - und Landesregierungen zu halten, deren Minister sich ebenfalls seit vielen Jahren immer mal wieder in Wuppertal blicken lassen, ohne dass Grundlegendes passiert? An einem Millionenprogramm zur Rettung maroder Verkehrswege — jetzt in Westdeutschland — führt kein Weg vorbei, ohne dass mit diesem Geld andere Haushaltslöcher gestopft werden. Die Politik ist am Zug — und am 22. September ist Bundestagswahl.

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