Marode Brücken: Wuppertal schlägt Alarm

Marode Brücken: Wuppertal schlägt Alarm

Die Teilsperrung der A1-Brücke über der B 7 in Langerfeld sorgt für Kritik. Jetzt wird eine Notlösung eingerichtet.

Wuppertal. Nun also auch in Wuppertal: Mit der 209 Meter langen Schwelmetal-Brücke der A 1 in Langerfeld wird auf einem weiteren Verkehrsbauwerk der Lkw-Verkehr eingeschränkt. Das gilt zunächst für Schwertransporte mit einem Gewicht von mehr als 44 Tonnen. Wie berichtet, dürfen sie die 1960 errichtete Spannbetonbrücke ab sofort nicht mehr befahren, während für alle Lkw ein Überholverbot gilt. Hinzu kommen die Staugefahr bei Tempo 60 und der Rückkehr von sechs auf vier Fahrspuren.

Brisant: Um die A 1 zwischen Langerfeld und Ronsdorf von vier auf sechs Fahrspuren zu erweitern, was mehr als zehn Jahre Bauzeit, Lärm, Staus und insgesamt gut 120 Millionen Euro gekostet hat, wurde auch die Autobahnbrücke über der B 7 unter erheblichem Aufwand ausgebaut. Jetzt müssen die neuen Anbauten den Lkw-Verkehr tragen, während der Altbestand Brücke täglich auf Risse untersucht wird.

Eine Sperrung für alle Lkw als Konsequenz daraus „wäre für Wuppertal eine Katastrophe“, unterstreichen Thomas Wängler, Verkehrsexperte der IHK, und Frank Meyer, Verkehrsdezernent der Stadt Wuppertal, auf WZ-Nachfrage. Das schließt der Landesbetrieb allerdings aus: Innerhalb der nächsten Wochen soll es wieder sechs Fahrspuren geben, die versetzt am baufälligen Altbestand vorbeiführen.

Wann und zu welchen Kosten er saniert wird, sei noch offen, erklärte ein Sprecher des Landesbetriebs am Montag. Beim Ausbau 2005 seien die Schäden im Altbestand noch nicht zu sehen gewesen. Eine seit 2011 geltende Landesrichtlinie sieht vor, dass die Statik aller NRW-Brücken nachgerechnet werden muss. Die Ergebnisse aus dem Schwelmetal lägen seit vergangener Woche vor.

Die Industrie- und Handelskammer fordert seit Jahren massive Investitionen ins Brücken-, Bahn- und Straßennetz — finanziert aus einem Budget, das nicht für andere Haushaltsposten her halten muss. Wängler: „Die schlechten Nachrichten von der A 1 bestätigen uns.“

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