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Wuppertaler Tom Pedall will rumänischen Hunden „eine Stimme geben“

Tierschutz : Tom Pedall versucht, Hunden „eine Stimme zu geben“

Seit einem Besuch im Land engagiert sich der Wuppertaler für rumänische Hunde. Dort haben die Tiere keine Lobby.

Tom Pedall arbeitet als Juristischer Mitarbeiter in einer Anwaltskanzlei. Dass er sich einmal in seiner Freizeit für Tierschutz einsetzen würde, das war eigentlich nicht abzusehen. „Ja, ich habe schon mal was gespendet“, sagt er. „Tiere mochte ich schon immer. Als Kind hatte ich einen Hamster.“ Und als er später seine Liebe kennen lernte, brachte sie eine Katze mit. Inzwischen ist eine Viererbande daraus geworden. Und dann lebt auch noch Bella in dem gemeinsamen Haushalt. Seit vier Jahren. Sie ist eine kleine, leise rumänische Mischlingshündin. Geschätztes Alter: neun Jahre.

Ihr Weg nach Wuppertal führte über das Solinger Tierheim. Rückblickend könnte man den Eindruck bekommen, dass alles so kommen musste. Und dass Bella irgendwie ihre Pfoten dabei im Spiel hatte. Seit Anfang des Jahres bringt Pedall jedenfalls Sachspenden für ein Tierheim im Rumänischen Suceagu auf den Weg. Zwei Sprinter-Ladungen sind das schon gewesen. September / Oktober soll die dritte Folgen.

Und das kam so: Im vergangenen Jahr reiste Pedall nach Rumänien. Und wenn er schon mal da wäre, könnte er sich ja auch mal den Tierschutz dort anschauen. Er nahm Kontakt mit der Tiernothilfe Siebenbürgen auf, die ihren Sitz in der Nähe von Nürnberg hat. Dort vermittelte man ihm den Kontakt in Suceagu. „Das ist ein eher dörflicher Ort“, sagt Pedall. Nicht weit von der Stadt Cluj gelegen. Sein erster Eindruck vom „Shelter“? „Erstmal das viele Gebell, als wir kamen. So viele, viele Hunde.“ Im Schnitt seien es immer um die hundert. Etwa für 120 gebe es Kapazitäten. „Die Hunde zu sehen, von ihren Schicksalen zu hören, sich ihre Geschichten erzählen zu lassen – das ist sehr emotional.“

Manche seien einfach über den Zaun geschmissen worden. Oder ein Nachbar sei mit einer Tüte Welpen gekommen. Nehmt ihr die? Sonst kommen sie weg. Pedall: „Hunde haben dort eine sehr geringe Wertigkeit.“ Familienhunde gebe es in Suceag eigentlich nicht. „Aber einen Hund an der Kette in fast jedem Hof.“ Und viel zu viele streunende wilde Hunde. „Familienhunde gibt es eher in der Stadt. Aber da wollen die Leute einen ‚richtigen‘ Hund, mit Papieren.“

Der Shelter, das Tierheim, nimmt Hunde in Not auf. Er versorge kranke oder verletzte Hunde und arbeite dazu mit einer Gruppe von rumänischen Tierärztinnen zusammen, die ehrenamtlich tätig werden. Man bietet kostenlose Kastrationen an. Kastriert auch wilde Hunde. Bestückt Futterstellen. Von den vielen Streunern um Suceag, schätzt Pedall, sind ein Drittel ausgesetzt und zwei Drittel wild geboren.

Pedall war bewegt, im wörtlichen Sinne. Sein Schluss: „Jede Hilfe zählt.“ Zurück in Deutschland, rief er in sozialen Medien zu Sachspenden auf. „Decken zum Beispiel, im Winter wird es bitter kalt dort. Und die Hunde haben zwar Hütten in den Anlagen, im Haus können aber nur einige Welpen oder kranke Hunde sein.“ Näpfe, auch abgelaufene Medikamente, alte Verbandskästen, Transportboxen, Futter. Ein Futterhersteller habe schon mal eine ganze Palette geschickt. Wer Geld spenden möchte, den verweist Pedall an die Tiernothilfe Siebenbürgen oder den rumänischen Verein weiter. „Dort gibt es auch das Modell der Mikrospenden. Etwa jeden Monat einen Euro.“ Pedall ist zwar inzwischen Fördermitglied der Tiernothilfe Siebenbürgen, tritt mit seinen Hilfstransporten aber als Privatperson auf.

Die Menschen, die schon Sachspenden geliefert haben, würden den Aufruf oft in ihrem Umfeld weitergeben. „Ich will versuchen, den Hunden eine Stimme zu geben“, sagt Pedall.