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Wuppertal: Altlastensanierung an der Widukindstraße

Altlastensanierung an der Widukindstraße : Weniger Giftstoffe im Grundwasser

Die Altlastensanierung des Grundstücks an der Widukindstraße 42 war offenbar erfolgreich. Das zeigen die Messwerte der Grundwasseruntersuchung.

Die Altlastensanierung des Grundstücks an der Widukindstraße 42 war offenbar erfolgreich. Das zeigen die Messwerte der Grundwasseruntersuchung. Das Ressort Umweltschutz der Stadt stellte jetzt den Bezirksvertretungen Heckinghausen und Oberbarmen den Bericht zur Verfügung.

Danach sind Schadstoffe wie Benzol, Tuluol, Xylol, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffe zurückgegangen, auch wenn sie vereinzelt noch über dem Geringfügigkeitsschwellenwert liegen. Daher sollen diese an einzelnen Stellen noch weiter überwacht werden.

1160 Lkw-Ladungen
Boden ausgehoben

Das Grundstück, das zuletzt von einer Spedition genutzt wurde und seit längerem eine Brachfläche ist, diente von 1948 bis 1978 als Tanklager. In dieser Zeit kam es, so die Vorlage, „durch Handhabungsverluste“ zu erheblichen Verunreinigungen von Boden und Grundwasser, die Fläche galt seither als altlastverdächtig.

Seit den 1990er Jahren untersuchten die Stadt, der ehemalige Nutzer und der ehemalige Grundstückseigentümer Boden, Luft und Grundwasser und fanden diverse Schadstoffe, unter anderem eine mehrere Zentimeter dicke Schicht Mineralöl auf dem Grundwasser. Die Schadstoffe konnten auch bis zu 100 Meter weit im Grundwasser verfolgt werden.

2015 begann die Sanierung des Grundstücks, die gut acht Monate dauerte. Dafür wurde der Boden bis zu acht Meter tief ausgehoben und natürlicher unbelasteter Boden verfüllt. Dabei mussten die Arbeiten noch tiefer als zunächst gedacht gehen. Aus technischen und Kostengründen blieb eine Restbelastung im Massenkalk und an den Grubenrändern. Insgesamt wurden fast 30 000 Tonnen Boden – etwa 1160 LKW-Ladungen – ausgehoben und entsorgt. Auch 13 bis dahin nicht bekannte Tanks wurden freigelegt und entsorgt.

Während der Arbeiten wurden kontinuierlich Schadstoffmessungen auch der Luft durchgeführt, einmal mussten die Arbeiter die Baustelle verlassen, anschließend mit Masken weiter arbeiten. 

Am Schluss wurde die Fläche mit Natursteinschotter abgedeckt, im Juni 2016 konnte sie dem Eigentümer übergeben werden. Sie gilt nun als sanierte Altlastenfläche. Vereinbart wurde aber, in der Folge das Grundwasser noch drei Jahre lang zu überwachen und die Schadstoffvorkommen zu messen. Dafür wurden an insgesamt elf Messstellen auf dem Grundstück und im weiteren Grundwasserverlauf jedes halbe Jahr Proben entnommen. Die letzte Messung erfolgte im Mai 2019. 

Laut dem jetzt vorgelegten Bericht zeigte sich „ein deutlicher Effekt der Sanierung, die zu einem Schadstoffrückgang im Grundwasser geführt hat“. Einige Messstellen werden in das Untersuchungsprogramm der Stadt für das Grundwasser übernommen, um die weitere Entwicklung der Schadstoffgehalten zu beobachten.