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Pumptrack-Anlage könnte an der Nordbahntrasse in Wuppertal entstehen

Freizeit : Standort für Pumptrack-Kurs gesucht

Die Stadt sucht Alternativen, weil der Kurs an der Allensteiner Straße abgelehnt worden war.

Der Bolz- und Spielplatz an der Allensteiner Straße in Oberbarmen sollte ab vergangenem Sommer attraktiver gemacht werden. Es gab Pläne, die Fläche in eine Pumptrack-Anlage umzuwandeln, deren Umsetzung aber an der Bezirksvertretung scheiterte. Einwänden der Besitzer von benachbarten Kleingärten war stattgegeben worden.

Ein Pumptrack ist ein gewellter Rundkurs, der mit dem Roller, dem Skateboard und vor allem mit dem Fahrrad genutzt werden kann. Bundesweit stellen zahlreiche Städte der Öffentlichkeit einen solchen Parcours zur Verfügung und fördern auf diese Weise urbane Sportarten. Auch in Oberbarmen soll ein Pumptrack entstehen, 25 000 Euro hatte die Stadt bereits in die Planung des Projektes investiert. Auch über die Kosten des Baus selbst herrschte schon Klarheit; 270 000 Euro waren veranschlagt, über 200 000 Euro davon wären als Fördergelder von Bund und Land bereitgestellt worden. Auch konkrete Pläne zur Umsetzung standen schon. Doch Kleingärtner an der Allensteiner Straße hatten die Sorge, dass die Sportstätte zu viel Lärm verursachen könnte und wandten sich damit an die Bezirksvertretung. Die stimmte schlussendlich gegen die Nutzung der Fläche als Pumptrack.

Das Geld, das für eine solche Strecke beantragt wurde, muss nun aber für diesen Zweck ausgegeben werden, erläutert Andreas Röhrig vom Quartiersbüro Soziale Stadt, das zwischen den Oberbarmer und Wichlinghauser Bürgern und der Stadt Wuppertal vermittelt. Weil die Mittel also dafür „reserviert“ seien, werde nun Ausschau nach einem Ersatz-Standort gehalten.

Christel Simon, Oberbarmens Bezirksbürgermeisterin, erläutert die dafür nötigen Voraussetzungen: „Die Anlage soll nicht mitten in einem Wohngebiet entstehen“. Einen Pumptrack, wie vorgeschlagen, auf dem Felsenspielplatz am Berliner Platz zu realisieren, hält sie für unwahrscheinlich: „Das würde wohl an den Kosten scheitern“. Grundsätzlich ist Simon aber nicht gegen eine entsprechende Maßnahme und will sich beteiligen, wenn das Thema sich entwickelt.

Die Verwaltung hat seit dem letzten Jahr keine Alternative gefunden, ist aber aktuell dabei, sich umzuschauen. „Wir suchen fleißig, bisher kann kein Standort ausgeschlossen werden“, verrät Viola Wessler, Verantwortliche der Stadt für Jugend und Freizeit.

Bolzplatz wird in jedem Fall erhalten bleiben

Im Quartiersbüro Soziale Stadt wird der Wunsch nach einer Möglichkeit in der Nähe der Nordbahntrasse gehegt. „Hier könnte eine Ergänzung zur Skaterhalle entstehen“, schlägt Andreas Röhrig vor. Auch er hält eine Aufwertung des Felsenspielplatzes für unwahrscheinlich, aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht müssten die steinigen Wände wohl aufwändig gesichert werden. Stattdessen biete eine Anlage in Trassennähe leichten Zugang für Radfahrer und Skater. Beim urbanen Sportfest wurde hier mit einer mobilen Pumptrack-Anlage der Anklang bereits erprobt. „Die Resonanz war sehr positiv“, weiß Röhrig zu berichten und plädiert für die Umsetzung des Projektes. „Es schafft einen generationsübergreifenden Kontakt zu allen Menschen im Viertel.“ Darüber hinaus gebe es dann die Möglichkeit zum Einstieg in moderne Sportarten, ohne dabei finanziell an einen Verein gebunden zu sein. Neben dem Freizeitsport könnte eine Pumptrack-Anlage laut Röhrig auch für eventuelle Rennen genutzt werden, bei denen den Profis zugeschaut werden könne. Wichtig sei aber weiterhin, einen „Ort zu finden, mit dem alle zurecht kommen“. Falls das im Bezirk Oberbarmen nicht geschieht, ist mit einer Umwidmung des Förderbetrags zu rechnen.

Der Bolzplatz an der Allensteiner Straße als ursprünglich angedachter Standort wird in jedem Fall zunächst erhalten bleiben. „Es gibt keine Pläne, diese Fläche anders zu nutzen“, sagt Christel Simon. Um in Oberbarmen also eine Pumptrack-Anlage entstehen zu lassen, wird es ein geeignetes Grundstück und vermutlich weitere Zeit brauchen.