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Finanzkrise: Sparer bleiben gelassen

Finanzkrise: Sparer bleiben gelassen

Wuppertaler Sparer vertrauen auf Finanzgarantie. AWG schreibt Millionen-Sicherung europaweit aus.

Wuppertal. Die Wuppertaler Sparer vertrauen den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel und auch denen von Sparkassen-Chef Peter Vaupel. Merkels Garantie für die Spareinalgen und Vaupels Versicherung, dass das Geld der Wuppertaler sicher sei, hatten dazu geführt, dass es eben zu keinen größeren Geldabhebungen in der Wuppertaler Sparkasse gekommen ist. "Unsere Kunden haben Vertrauen zu uns", sagte Vaupel am Montag.

Aber: Auch die Sparkasse spürt die Folgen der Finanzkrise. Laut Vaupel hält das Kreditinstitut etwa 3500 Aktien der in Schieflage geratenen Bank Hypo Real Estate und würde einen Verlust in Höhe von knapp 100.000 Euro erleiden, wenn sie diese Aktien heute verkaufen würde. Das ist ein vergleichsweise geringer Betrag. So hat die Düsseldorfer Sparkasse bei der Hypo Real Estate etwa 80 Millionen Euro ausstehen.

"Wir hoffen, dass die Kurse sich wieder erholen", sagte Vaupel und bekundete erneut seine Erleichterung, dass die Wuppertaler Sparkasse keine Geschäfte mit der insolvent gegangenen Bank Lehmann Brothers gemacht hatte. Daher seien auch keine Wuppertaler Kunden von einer Totalpleite mit ihren Papieren betroffen. "Man muss dem Wahnsinn ein Ende machen", sagte Vaupel und fügte an, dass eine Vorhersage, ob und wann die Bankenkrise zu noch höheren Verlusten führe, derzeit nicht möglich sei.

Die Sparkassen und Landesbanken Deutschlands sollten sich an dem ersten Rettungspaket für die Hypo Real Estate mit etwa 1,6 Milliarden Euro beteiligen. Wie hoch ihr Anteil derzeit ist, konnte der Sparkassenchef gestern nicht beziffern.

Die Banken trauen sich derzeit untereinander nicht, weshalb sollten also die Sparer den Banken trauen? "Wenn es eng wird, geht Frau Merkel in den Keller und druckt Geld", sagte Vaupel und beschrieb damit, dass die Bundesregierung aufgrund ihrer Finanzzusage zur Not die Notenbankpresse anwerfen könnte.

Ob und wie die Stadt Wuppertal aufgrund ihrer Cross-Border-Leasing-Geschäfte von der Finanzkrise betroffen sein wird, steht derzeit noch immer nicht absolut fest. Stadtwerke-Chef Andreas Feicht bestätigte jedoch auf Nachfrage der WZ, dass es in der Tat einen Arbeitskreis "Cross-Border-Leasing" gibt. Ein ehemals städtischer Mitarbeiter, der das Risikomanagement zu den umstrittenen Leasing-Geschäften mache, ist seit einigen Jahren bei den WSW angestellt.

Auch Kämmerer Johannes Slawig bestätigte gestern, dass die Geschäftsführung des Arbeitskreises bei den Wuppertaler Stadtwerken angesiedelt ist. Laut Slawig steht noch immer nicht fest, was die Finanzkrise die Stadt kostet.

Die AWG hat bereits für ihr verkauftes Müllheizkraftwerk die Sicherung des 400-Millionen-Dollar-Paketes europaweit neu ausgeschrieben, wie Conrad Tschersisch von der AWG gestern bestätigte. Auch die AWG ist Geschäftspartner des US-Unternehmens AIG , das fast pleite gegangen wäre. Die Stadt bereitet diese Ausschreibung ebenfalls vor, es geht um 400 Millionen US-Dollar.