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„Stunde der Wintervögel“ des Nabu: Weniger Tiere in Wuppertaler Gärten

Mitmach-Aktion : „Stunde der Wintervögel“ des Nabu: Weniger Tiere in Wuppertaler Gärten

Die Zahl der Wintervögel, die in den Wuppertaler Gärten gezählt wurden, hat entgegen des Bundestrends abgenommen. Jeder Gartenbesitzer kann die Vögel mit einer naturnahen Gestaltung unterstützen.

Die diesjährige Vogelzählung des Naturschutzbundes (Nabu) Wuppertal vom sechsten bis zum neunten Januar hat ergeben, dass die Zahl der gesichteten Vögel in Wuppertal  rückläufig ist. 350 ehrenamtliche Vogelfreunde hätten an der Aktion „Stunde der Wintervögel“ teilgenommen und 7450 Vögel in Gärten, Parks und auf Balkonen gezählt. Das seien im Schnitt 28,5 Vögel pro Garten. „Der Wert ist im Vergleich zu den Vorjahren erneut zurückgegangen“, erklärt Hans-Peter Schill, Vorsitzender des Nabu Wuppertal. Das entspricht nicht dem bundesweiten Trend, dort stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht.

Auffällig in diesem Jahr sei der Rückgang der Spatzen-Population und die Zunahme an Kohlmeisen im Tal. „Wie sich diese Rückgänge und Zunahmen erklären lassen, müssen dann Experten ermitteln“, sagt Ulrich Christenn, Vorsitzender des Umweltausschusses. „In der Corona-Zeit hat die seit elf Jahren vom Nabu organisierte Aktion deutlich Zuwachs erhalten“, erklärt Christenn. „Das ist sehr gut, denn je mehr Freiwillige an der Aktion teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die daraus entstehenden Daten.“

Ihn freue es, dass sich wieder mehr Menschen die Zeit nehmen, die Natur zu beobachten und Daten zusammenzutragen. Christenn: „Wer die Natur intensiv beobachtet, wird sie auch wertschätzen und schützen. Es ist gut, wenn die Naturschutzverbände, wie der Nabu, dieses bürgerschaftliche Engagement unterstützen und fördern.“ In Deutschland haben in diesem Jahr mehrere 10 000 Menschen an der Aktion teilgenommen.

 Gegen den bundesweiten Trend nahm die Anzahl der gezählten Vögel pro Garten in Wuppertal ab.
Gegen den bundesweiten Trend nahm die Anzahl der gezählten Vögel pro Garten in Wuppertal ab. Foto: Nabu Wuppertal

Hans-Peter Schill zieht nach der diesjährigen Zählung ein Fazit: „Auch wenn es Gewinner und Verlierer gibt, unterm Strich nimmt die Zahl der Vögel langfristig und schleichend von Jahr zu Jahr ab. Die naturnahe Gestaltung unserer Gärten ist entscheidend. Wenn mehr Menschen in Wuppertal ihre Gärten vor allem insektenfreundlich gestalten, können wir diesen Trend drehen und verhindern, das der Frühling jedes Jahr etwas leiser wird. Insekten sind die Hauptnahrung der Vögel bei der Aufzucht der Jungen im Sommer. Und das sieht man dann eben auch an der Zahl der Vögel im nächsten Winter.“