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Wuppertal: Schulkinder sprechen Märchen ein

Erzählpfad in Ronsdorf mit vielen Akteuren : Wuppertaler Schulkinder sprechen ein Märchen ein

Fünftklässler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums haben beim Märchenprojekt viel erlebt.

Es war einmal die Klasse 5a des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, die verwandelte eigenhändig Märchen in Bilder und Hörspiele. Tatsächlich sind die Schüler vom Küllenhahn maßgeblich an der Realisierung des neuen Ronsdorfer Märchenerzählpfades im Wald des Verschönerungsvereins beteiligt, der am 2. Juli eröffnet werden wird.

Ideengeberin war im Februar die Mosaik-Künstlerin Ute Scholl-Halbach aus Ronsdorf, der der Gedanke zur Aktion während des Lockdowns kam. „Es galt, etwas anzubieten, was Kinder und Jugendliche dann auch Corona-konform nutzen können.“ Grundbaustein sind Märchen, die auf Tafeln durch Mosaik-Bilder dargestellt werden. „Märchen sind interkulturell und werden überall verstanden“, begründet Scholl-Halbach die Idee. Diese wurde weiterentwickelt und um QR-Codes mit den jeweiligen Geschichten als Hörspiel ergänzt. Die Codes sollen gescannt werden können und so die Märchen im öffentlichen Raum zugänglich machen.

Beteiligte sind unter anderem zwei Grundschulen, die Initiative für Geflüchtete „Willkommen in Ronsdorf“, ein Altenheim, und eben Kinder des CFG. „Generationsübergreifend haben alle mitgemacht“, freut sich die Künstlerin – die jüngste Märchen-Vorleserin ist sechs Jahre alt, die Älteste 95. Auch sprachlich weisen die Beteiligten große Vielfalt auf, weshalb das Projekt in verschiedenen Sprachen zu hören sein wird.

So liest Azra aus der 5a die Geschichte vom „Hässlichen Entlein“ nicht nur in einer Rolle der deutschen Hörspiel-Version, sondern auch auf Türkisch. Sie findet: „Es ist schön, wenn man das Märchen weiterentwickelt und es nicht nur auf Deutsch hören kann.“ Weitere Kinder steuerten polnische und serbische Versionen bei.

Die Zehn- bis Elfjährigen haben neben der Zusammenfassung und Vertonung der Texte auch die Zeichnung und Zusammensetzung der Mosaik-Bilder übernommen – und dabei viel mitnehmen können. „Man lernt aus Märchen“, hat Berke festgestellt, und Nathalie und Nejla finden: „Es war toll, dass wir selbst geschrieben haben. Man erzählt eine eigene Geschichte.“ Die Aufnahmen wurden gemeinsam mit einer Kölner Medienpädagogin vorgenommen.

Klassenlehrerin Annette Rundnagel hat mit Spannung begleitet, „wie Kinder mit volkstümlichen Erzählungen umgehen.“ Mit viel Fantasie seien die Märchen zum Leben erweckt worden. Die Arbeit – größtenteils noch im Online-Unterricht – war „eine Brücke, lebhaft miteinander im Gespräch zu sein“, berichtet Rundnagel.

Für Ute Scholl-Halbach ist ein Ziel des bald eröffnenden Pfades, „dass sich viele Menschen damit identifizieren können.“ Daran glaubt Schülerin Azra: „Ich hoffe, es wird den Menschen gefallen. Wir haben uns viel Mühe gegeben.“