Mein Bild spricht zu dir — Kinder als Kunstexperten

Mein Bild spricht zu dir — Kinder als Kunstexperten

Das Von der Heydt-Museum zeigt die Ergebnisse des Projekts.

24 junge Kunstbegeisterte im Alter von sechs bis zehn Jahren wurden in den vergangenen Wochen zu wahren Kunstexperten ausgebildet: Unter der Leitung von Karla Spennrath, Andrea Raak, Moritz Laumert und Cordula Sauer erarbeiteten Schüler verschiedener Wuppertaler Grundschulen in mehreren Phasen spielerische Zugänge zu den Kunstwerken — angefangen bei Form und Farbe über Material bis hin zu Hintergründen über die Künstler und eigenen Kunstwerken.

Das Projekt begann in den Pfingstferien mit fünf ganzen Tagen, danach trafen die Gruppen sich wöchentlich für anderthalb Stunden. Donnerstagnachmittag stellten die Kinder zum Abschluss des Projekts in einer besonderen Führung ihren Eltern und Freunden als Experten ihre Lieblingskunstwerke vor — wie echte Kunstvermittler mit rotem Museumsband um den Hals.

Die Kinder entwickelten während der Zeit ihre eigenen Zugänge zur Kunst: „Es war sehr interessant, etwas über Künstler zu erfahren und was sie sich dabei gedacht haben“, sagte Manuel, der in den vergangenen Wochen die Rolle des Museumsdirektors übernehmen durfte und sich für die Vorstellung der Projektergebnisse noch einmal besonders schick gemacht hatte. „Mir hat am besten gefallen, selbst Künstlerin zu sein“, fand Nina. Besonders spannend fanden viele Schüler den Blick hinter die Kulissen des Museums — sie durften unter anderem das Atelier, die Schreinerei und die Sicherheitszentrale besuchen.

Andrea Raak kannte einige der Kinder bereits von vorherigen Kunstprojekten. „Es war spannend, zu sehen, wie gerade Kinder, die in der Schule sehr schüchtern sind, auf einmal total selbstbewusst wurden, als sie sich hier erstmal ein bisschen auskannten“, freute sie sich. „Das ging so weit, dass einige Kinder erwachsene Besucher ermahnt haben, nicht so nah an die Bilder heranzugehen.“

„Für viele der Kinder war es das erste Mal, dass sie überhaupt in Kontakt mit Kunst gekommen sind“, so Leon Fehlauer, der eine Betreuungsgruppe in der Grundschule am Opphof leitet und das Projekt als Betreuer begleitete. „Für die war es natürlich wahnsinnig viel Input, aber ich denke, das Projekt hat viele schöne Momente für die Kinder geschaffen.“

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