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Kunst trotz(t) Corona: Viel zu tun – auch ohne Ausstellungen

Kunst trotz(t) Corona : Viel zu tun – auch ohne Ausstellungen

Die BKG intensiviert in der Zwangspause ihre Arbeit als internationaler Kunst-Netzwerker.

Eigentlich war alles klar. Am 29. März sollte die Ausstellung mit Fotoarbeiten von KH. W. Steckelings im Studio der Bergischen Kunstgenossenschaft (BKG) eröffnet werden. Doch die Schau zum 90. Geburtstag des Wuppertaler Künstlers wird verschoben, an einer virtuellen Preview wird gearbeitet. „Wenn sich die Lage bessert, holen wir die Ausstellung nach“, verspricht Frank Ifang und meint die Corona-Krise, die das Kultur-Leben, zumindest die Veranstaltungen, lahmlegt. Die aber, so der BKG-Vorsitzende weiter, seien längst nicht alles, was die heuer 115 Jahre alt werdende Vereinigung ausmacht.

Während andere ihre leeren Galerie-Räume renovieren, kann sich die BKG, die erst im vergangenen September ihr Studio im hinteren Kolkmannhaus gestrichen hat, auf ihr Kernbusiness konzentrieren. „Die BKG ist schon immer Drehscheibe und Ansprechpartner für Bürger und Stadt gewesen.“ So übernehme sie den kulturellen und Bildungs-Part bei den Städtpartnerschaften Wuppertals. Gerade habe sich Arno Gerlach als „BKG-Botschafter“ im israelischen Be’er Sheva um ein Projekt der beiden Städte gekümmert. Und im polnischen Liegnitz und der gesamten „Kupferregion“ sei Kunsthistoriker Zbigniew Kraska als „BKG-Botschafter“ aktiv. Auch mit dem Künstlerverein Pulchri im niederländischen Den Haag pflege die BKG einen intensiven Austausch, demnächst solle eine aus beiden Künstler-Vereinigungen gebildete Gruppe zu einem Thema eine Schau erarbeiten, die dann auch in anderen Ländern gezeigt werde. Um eine neue Länderkooperation mit Rumänien kümmere sich der „BKG-Botschafter“, Generalkonsul a.D. Mihai Botorog.

Nicht zu vergessen die vielen Anfragen, die die BKG als intensiver Kunst-Netzwerker erhält. Künstler suchen Kontakte, Kunstvereine haben Kooperationswünsche, manchmal wird auch der Kunstsachverstand bemüht. Etwa wenn ein Haus samt Kunstwerken an den Wänden gekauft wird. „Da werden wir dann schon mal angefragt, den Wert der Kunst einzuschätzen.“ Derweil muss immer wieder über neue Mitgliedschaften befunden werden. Gerade wurden sechs hochkarätige Künstler in die nunmehr 30-köpfige BKG-Familie aufgenommen. Aufgaben, die die BKG auch sonst beschäftigen, für die aber jetzt mehr Zeit ist.

Die monetären Ausfälle durch die vorerst ruhende Ausstellungstätigkeit halten sich indessen im Rahmen. Lediglich die Einladungen zur Steckelings-Ausstellung waren schon versendet worden. „An der Stelle haben wir Glück“, sagt Ifang, bedauert zugleich, dass auch die Mai-Ausstellung wackelt, bei der sich Künstler aus Troisdorf präsentieren wollten. Auch diese Veranstaltung müsse vielleicht kurzfristig verschoben werden, der Nachholtermin soll aber auf jeden Fall hinter dem mit Steckelings liegen.

Mehr Informationen zur Bergischen Kunstgenossenschaft:

bkg-wuppertal.de