Gelb-Rot gegen den Trainer in Bocholt ist wohl eine Premiere

Fußball-Geflüster : Gelb-Rot gegen den Trainer in Bocholt

Der glückliche Rückkehrer Robin Rehmes und ein Zuschauerboom auf der Kaiserhöhe.

Es dürfte wohl ein Novum im Deutschen Fußball sein, was sich da am Sonntag nach dem Sieg des 1. FC Bocholt über den Wuppertaler Oberliga-Neuling Cronenberger SC abspielte. Die Freude von Bocholts Trainer Manuel Jara über den 4:1-Sieg hielt nach Abpfiff nämlich nur kurz: Weil er sich zu vehement über die Schiedsrichter-Leistung beschwerte, sah er die Gelb-Rote Karte, was ja seit dieser Saison auch gegen Trainer möglich ist. „Der Schiedsrichter hat mir fehlenden Respekt vorgeworfen. Ich hätte ihm nach dem Spiel die Hand geben müssen, so kam dann eins zum anderen“, sagte Jara anschließend.

Der FSV Vohwinkel ist mit sechs Siegen die Mannschaft der Stunde und gewann auch das dritte Wuppertaler Derby gegen den TSV Ronsdorf mit 2:1. Zusätzliche Brisanz erhielt der Ortskampf durch die Ronsdorfer Verpflichtung von Robin Rehmes, der sein letztes Spiel im April 2018 für die Füchse bestritten hatte. Danach war der Offensivspieler mit einem Knorpelschaden über ein Jahr ausgefallen und hatte zuletzt beim VfB Hilden unter dem Ex-FSV-Trainer Marc Bach trainiert. Bei fast allen Ronsdorfer Aktionen war Rehmes beteiligt und hinterließ einen hervorragenden Eindruck. Zudem scheint über Ronsdorf die Fruchtbarkeitsgöttin zu kreisen: denn nachdem Coach Denis Levering vor zwei Wochen zum zweiten mal Vater geworden war, konnte sich am Sonntagmorgen auch TSV-Stürmer Julian Zeidler über die Geburt seines zweiten Töchterchens freuen. Ihn suchte man gestern vergeblich in der Lüntenbeck, da er diesen wichtigen Tag mit seiner Familie verbringen wollte. Beim gestrigen Derby avancierte Tarkan Türkmen nicht nur wegen seines entscheidenden Tores zum Unterschiedsspieler, sondern kreierte gemeinsam mit seinen Offensivkollegen mindestens ein halbes Dutzend hundertprozentiger Torchancen.

In der Kreisliga A ist das Duell BV 1885 Azadi gegen Türkgücü Velbert kein ganz gewöhnliches, was auch am Sonntag wieder die Zuschauerzahl auf der Kaiserhöhe eindrucksvoll untermauerte. Mehr als 300 Zuschauer pilgerten auf den Ascheplatz, um das Duell des kurdischen gegen den türkischen Verein zu verfolgen. Das blieb lange Zeit spannend aber vor allen Dingen fair. Das bessere Ende hatten die Velberter Gäste für sich - sie entschieden die Partie trotz Azadi-Führung mit 2:1 für sich und fuhren einen umjubelten „Derbysieg“ ein. mkp/ryz

(mkp/ryz)
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