Derby-Könige aus Vohwinkel behalten ihre weiße Weste

Fußball-Bezirksliga : Derby-Könige aus Vohwinkel behalten ihre weiße Weste

Nach dem 2:1 gegen Ronsdorf bleibt der FSV unangefochten Spitzenreiter der Bezirksliga. ASV kann doch noch gewinnen.

Nachdem der FSV Vohwinkel mit weißer Weste als Favorit ins bereits dritte Lokalderby der noch jungen Bezirksliga-Saison, dieses Mal gegen den TSV Ronsdorf, gestartet war, wurde die Ausnahmeposition des vorjährigen Landesligisten in der Bezirksliga auch während der 90 Minuten am Sonntag untermauert. Der 2:1 (1:1)-Erfolg hätte, gemessen an den zahlreichen Torchancen der Füchse, durchaus höher ausfallen müssen, doch mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel liegen die Vohwinkeler voll im Soll.

Nach den Erfolgen gegen die anderen Wuppertaler Vertreter – 4:2 gegen Germania und 5:1 gegen den ASV – konnte der Nimbus auch gegen die Zebras gewahrt werden. Am Dienstag hatten sich die Füchse zudem im Kreispokal beim Kreisligatabellenführer Grün-Weiß mit 5:2 durchgesetzt. Dort bewies das Team von Günter Abel Comeback-Qualitäten, lag bis 20 Minuten vor dem Abpfiff noch hinten und drehte die Partie mit vier Treffern in der Schlussphase um. Mit Sufian Abou Laila (2), Christof Biebricher (2) und Tarkan Türkmen hatten ausnahmslos kurzfristig verpflichtete Neuzugänge getroffen.

Nach der 1:2-Pleite gegen Ayyildiz Remscheid zum Abschluss des Waldfestes waren die Zebras als Tabellenfünfter in die Partie am Sonntag gestartet, wollten mindestens einen Punkt holen. Das war auch dank der kurzfristigen Verpflichtung des Ex-Vohwinkelers Robin Rehmes durchaus möglich. Spielbestimmend aber waren zunächst die Hausherren, die durch Shuta Morimoto (3.), Toni Zupo und Maurice Schaumburg (7.) bereits früh das 1:0 hätten markieren können. Aber das Team von Denis Levering hatte trotz der frühen Auswechselung des angeschlagenen Fabian Nachtsheim (20.) Antworten parat: Felix Heyder scheiterte per Kopf (15.) und Marc Morsbach sowie Pascal Homberg und Rehmes beschäftigten die FSV-Defensive permanent. Doch nachdem Samet Caliskan quer gelegt hatte, misslang Julian Bentes Klärungsversuch gründlich, so dass Zupo die Verwirrung zur FSV-Führung nutzten konnte(33.).

Die Antwort der Zebras dauerte dieses Mal nur sechs Minuten: die FSV-Deckung verpasste zu klären, nachdem Marcel Röhr zweimal reaktionsschnell abgewehrt hatte, und Lukas Reinartz stocherte das Spielgerät zum Ausgleich ins Netz (39.). „Wir sind nach dem Rückstand gut zurückgekommen, haben aber in der zweiten Halbzeit die Vohwinkeler Spitzen nicht unter Kontrolle bekommen“, resümierte Levering nach dem Spiel, als er von einem verdienten Sieg der Füchse sprach.

Die gutklassige und in einigen Phasen rassige Begegnung hätte mehr als 100 Zuschauer verdient gehabt. Die kamen aber nach der Pause, als die Füchse wesentlich zielstrebiger und überlegener agierten, auf ihre Kosten. Morimoto bediente nach überragendem Zuspiel von Jens Perne den eingewechselten Tarkan Türkmen, der mühelos das 2:1 erzielte (51.). Auch danach glaubten die Zebras an ihre Chance und waren bei Konterchancen über Rehmes und Homberg gefährlich. Das, was die Elf von Günter Abel jedoch nach der Pause an glasklaren Chancen liegen ließ, sollte für drei Spiele reichen. Türkmen und Perne scheiterten jeweils bei Doppelchancen (60. und 68.) an Kuhnke, der auch gegen Schaumburg das 1:3 vereitelte (71.). „Wir hätten die Partie viel früher eintüten müssen, aber das ist nach diesem Saisonstart ja wohl eher Jammern auf hohem Niveau“, konstatierte FSV-Trainer Günter Abel.

SSVg 09/12 Heiligenhaus - ASV Wuppertal 0:3 (0:2). Nach drei Niederlagen in Folge mit insgesamt 13 Gegentoren wurde der ASV Wuppertal auf die Abstiegsränge gespült und stand bei Tabellenschlusslicht SSVg 09/12 Heiligenhaus in der Pflicht. Am Ende stand ein hoch verdienter 3:0 (2:0)-Sieg für die Wuppertaler, die die Negativserie stoppen und wieder Kontakt zum Mittelfeld herstellen konnten. Das Manko der bisherigen Partien war die Chancenverwertung, die ASV-Coach Fabrice Makiadi bislang der Unerfahrenheit seiner jungen Mannschaft zuschrieb. Denn spielerisch wussten die Barmer im bisherigen Saisonverlauf durchaus zu überzeugen. In Heiligenhaus fasste sich Yannick Hünninghaus nach neun Minuten ein Herz und schloss nach glänzendem Solo zur Führung ab. „Der Sieg tut besonders der Mannschaft gut“, freute sich Makiadi, der kurz vor der Pause das 2:0 durch Christopher Krüger per Strafstoß bejubeln durfte. Nach einer kurzen Drangphase der Gastgeber zu Beginn der zweiten Halbzeit spielte der ASV erneut beherzt nach vorn und machte in der Schlussminute den Deckel drauf. Erneut Krüger schloss sehenswert zum 3:0 ab.

DV Solingen - SSV germania Wuppertal 3:1 (1:1). Der SSV Germania verlor in der Bezirksliga bei DV Solingen nach der bisher schlechtesten Saisonleistung völlig verdient mit 1:3. Torhüter Justin Herkenrath verhinderte mit einigen Paraden sogar eine höhere Niederlage. Schon nach zwei Minuten, die Wuppertaler befanden sich offensichtlich noch im Tiefschlaf, gingen die Solinger mit 1:0 in Führung und drückten danach 20 Minuten auf das 2:0, vergaben aber ihre Chancen, so dass Christian David nach einer halben Stunde für Germania ausgleichen konnte. „Selbst nach dem Ausgleich sind wir nicht besser ins Spiel gekommen. Die Solinger waren heute in allen Belangen die bessere Mannschaft“, sagt der sportliche Leiter des SSV, Dirk Müller. Kurz vor und kurz nach der Pause hatten die Solinger einige Chancen zur erneuten Führung, doch Germanias Torhüter Justin Herkenrath hielt sein Team zunächst im Spiel. Nach einer Stunde sowie acht Minuten vor dem Abpfiff sorgte Emrah Cavdar mit zwei Toren für die Entscheidung zugunsten des DV. Aufsteiger SSV Germania bleibt mit sieben Punkten im unteren Mittelfeld der Tabelle und hat drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge.

(ryz/lars)
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