CSC zeigt im GA-Pokal seine Klasse

CSC zeigt im GA-Pokal seine Klasse

Beim 6:0 lässt der Landesligist Sonnborn im Finale keine Chance. Das schaltet zuvor im Halbfinale überraschend Vohwinkel aus.

Cronenberger SC heißt der Sieger der 59. Ausspielung des Fußall-GA-Pokals von Westdeutscher Zeitung und Fußballkreis Wuppertal/Niederberg. Der Landesligist wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und gewann nach dem routinierten 2:0-Sieg gegen Jägerhaus-Linde im Halbfinale auch das Finale gegen den SC Sonnborn souverän mit 6:0. Es war der neunte Sieg der Südhöhen-Elf in der 63-jährigen Geschichte des Wettbewerbs. Nur die Zuschauerzahl erfüllt mit in der Spitze knapp 300 nicht die Erwartungen.

Die Sonnborner hatten überraschend, aber genauso verdient das eigentliche Traumfinale zwischen Cronenberg und Gastgeber FSV Vohwinkel verhindert. Im Halbfinale war Favorit Vohwinkel gegen den Bezirksliga-Aufsteiger zwar leicht feldüberlegen gewesen, hatte sich aber nur selten entscheidend durchsetzen können und dann die wenigen Chancen auch noch vergeben. „Das war in allen Bereichen zu wenig“, räumte Kapitän Martin Lyttek, der in den vergangenen zwei Jahren den Titel mit FSV noch gewonnen hatte, selbstkritisch ein. Die Sonnborner, bei denen fast die gesamte Offensivreihe urlaubs- und verletzungsbedingt fehlte, blieben stets gefährlich und kamen fünf Minuten vor dem Ende nach dem vielleicht schönsten Angriff des gesamten Finaltags zum Siegtreffer. Yves Tshala hatte nach einem Flankenwechsel auf die rechte Seite schön auf den Ex-Vohwinkeler Jan Wester weitergeleitet und der in der Mitte Stürmer Nabil Aouni gefunden. Aouni ließ mit einem Kopfball-Torpedo Vohwinkels Torwart Asterios Karagiannis keine Chance.

Im Finale fehlte Aouni dann mit Wadenproblemen. Probleme bekam seine Mannschaft, die bei zunehmender Sonneneinstrahlung deutlich stärker unter den Strapazen des Halbfinale gelitten und auch weniger Pause hatte, dann schon nach wenigen Minuten. Cronenberg — mit einer Top-Aufstellung, drängte unter den Augen von Sponsor Friedhelm Runge den Bezirksligisten gleich hinten rein. Dass Ercan Aydogmus, dessen Wechsel nach Cronenberg Runge mit ermöglicht hatte, urlaubsbedingt noch fehlte konnte der CSC locker kompensieren.

Andreas Mucke Oberbürgermeister

Dribbler Tarkan Türmen erzielte bereits nach acht Minuten mit einem schönen Flachschuss die Führung. Kurz darauf, nach einem Heber von Türkmen, war der Ball wieder im Tor, doch Kabiru Mohammed, der den von Dennis Schworm noch abgelenkten Ball über die Linie drückte, hatte im Abseits gestanden. Das 2:0 besorgte dann nach 22 Minuten aber Sercan Er in Klassemanier. Beim 3:0 war wieder Türkmen, toll auf die Reise geschickt, erfolgreich. Auf der anderen Seite hatte der junge Vincent Jösch, der jetzt Mittelstürmer spielen musste, eine gute Szene, als er mit der Hacke das Tor nur knapp verfehlte. Das schönste Tor des Finales erzielte dann unmittelbar nach Wiederanpfiff Kabiru Mohammed, der einen Angriff über links mit einer Direktabnahme veredelte. Jens Perne und der junge Hennock Manata sorgten schließlich für den Endstand.

Cronenbergs Trainer Peter Radojewski nahm es nachher als gutes Omen, dass die GA-Pokalsieger der vergangenen drei Jahre in der Saison darauf sehr oft aufgestiegen waren — der CSC 2016 in die Oberliga und der FSV Vohwinkel 2017 ebenfalls in die Oberliga, aus der er freilich wieder abstieg.

Auch wenn FSV-Trainer Thomas Richter das Lob vom guten Gastgeber, der den Sieg den anderen überlässt, nachher sicher nicht lustig fand, waren die Ausrichterqualitäten des FSV, der das GA-Finale als Krönung seiner Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag übernommen hatte, unbestritten. „Das war wieder ein Klasserahmen für diesen Traditionswettbewerb“, sagte Fußballkreisgeschäftsführer Ulrich Stenzel in Richtung des FSV-Vorsitzenden Kalla Zorr. „Einer der ältesten Wettbewerbe im Fußball in Westdeutschland überhaupt“, hob der hervor. Volkmar Schwarz, Geschäftsführer des Stadtsportbunds, fand es in Anspielung auf die zuletzt vielen Querelen rund um die Nationalmannschaft wohltuend, dass beim Fußball mal wieder der Sport im Mittelpunkt gestanden habe. „So wie hier beim GA-Pokal erfüllt der Fußball seine Funktion in hervorragender Weise. Danke auch an die WZ, die diesen Wettbewerb immer wieder ausrichtet.“

Oberbürgermeister Andreas Mucke zog den Hut vor dem Cronenberger SC: „Eine starke Mannschaft, die haben sehr präzise gespielt und schon eine klare Rollenverteilung.“ Ein Lob vom OB gab es aber für alle Spieler: „Respekt vor allen, die bei dieser Hitze zweimal 60 Minuten bestreiten. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

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