Meinung : Corona spielt immer mehr mit

Mannschaften werden in der Pandemie mit Ausfällen leben müssen. Im Hallensport könnte vor allem im Amateurbereich allerdings bald eine Grenze erreicht sein.

Das war es dann also - das lange erwartete und von beiden Seiten gut vorbereitete Spitzenspiel zwischen dem Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen. Von Wuppertaler Seite konnte es leider nicht alle Ansprüche erfüllen, da war der Herausforderer am Anfang wohl dann doch etwas zu nervös. Im Verlauf der Partie zeigten die Wuppertaler aber doch, dass sie sich gegenüber dem 1:0 im Hinspiel und erst Recht dem 1:6 vor einem Jahr in Essen sehr weiterentwickelt haben. Gut, dass es noch früh in der Rückrunde ist, so bleibt die Chance, bis zum Schluss oben mitzuspielen. Dass Corona nicht nur bei der Handball-EM und im Hallen-Amateursport, wo am Wochenende viele Spiele ausfielen, mitmischt, zeigte sich in der Fußball-Regionalliga ebenfalls deutlich. Es ehrt den WSV,  dass er die Niederlage nicht auf das Fehlen von Lion Schweers schob, der in Folge seiner Impfung mit Erkältungssymptomen ausgefallen war. Allerdings war vor allem zu Beginn  offensichtlich, wie sehr er fehlte. Bei Freiluftsportarten wie dem Fußball dürfte es wohl nicht zu einer Saisonunterbrechung oder gar einem Abbruch wegen Corona kommen, auch wenn Experten den Höhepunkt der Infektionswelle noch nicht erreicht sehen. Doch beschäftigen wird die Teams die Pandemie ganz sicher weiter und da könnten sich die konsequenten Booster-Impfungen noch auszahlen.

Etwas anderes ist die Lage im Hallensport - vor allem da, wo nicht - wie bei den Profis - die Möglichkeit   großer Kader  und systematischer Tests besteht. Ob die Linie der Verbände, normal weiterzuspielen, sich durchhalten lässt, ist  inzwischen  zu bezweifeln, so schade es aus sportlicher Sicht ist. Aber auch so schon herrscht eine Wettbewerbsverzerrung.