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Auktion: Von der Dynamik des Bietens im Dienst einer guten Sache

Auktion : Von der Dynamik des Bietens im Dienst einer guten Sache

Kunstkann’s bereitet seine siebte Kunstauktion in der Villamedia vor – ein fester Termin im Kalender der Szene.

Das verflixte siebte Jahr lässt sich verflixt gut an: Mit einer Quote von 20 Prozent sind so viele Künstler erstmals dabei wie noch nie, insgesamt werden wieder rund 70 attraktive Werke zur Verfügung gestellt. „Es wird einen guten Überblick über die Wuppertaler Kunstszene geben“, freuen sich Martina Sailer und Meike Krant auf die siebte Kunstversteigerung ihres gemeinnützigen Vereins kunstkann’s. Die Benefizveranstaltung verwandelt am 21. November die Villamedia in ein Auktionshaus.

Die Zahlen können sich sehen lassen: 250 Bieter ersteigerten 73 Werke für insgesamt 61 200 Euro im letzten Jahr – das Geld ging an die Künstler einerseits und an das Kinderhaus Luise Winnacker und den Verein Impuls 21 andererseits. Das generelle Mindestgebot lag wie immer bei 50 Euro. Den höchsten Zuschlag mit über 4000 Euro erhielt ein Werk von Maurycy. Aus den kleinen Anfängen des Jahres 2013 ist so ein fester Termin im Kalender der Wuppertaler Kunstschaffenden geworden, ihr Interesse daran groß. „Wir haben mittlerweile ein Niveau erreicht, so dass auch die Künstler auf ihre Kosten kommen“, sagt Sailer nicht ohne Stolz. Wobei diese maximal die Hälfte des Erlöses erhalten und der eine oder andere auf seinen Anteil verzichtet.

Bei der Zusammenstellung der Künstler achtet das siebenköpfige kunstkann’s-Team grundsätzlich auf einen intensiven Wuppertaler Bezug, der allenfalls mal ins Bergische Land ausgeweitet wird. Bei der Entscheidung helfen den ehrenamtlichen Kunstbewegten ihr über die Jahre erworbenes Knowhow, Ausstellungsbesuche (etwa der Jahresschau in der Kunsthalle), Preisvergaben (wie bei Marita Speen, die dieses Jahr den Stella-Baum-Preis erhielt) oder die Künstler selbst, die ihr Interesse anmelden. Wer erstmals mitmacht, wird auf jeden Fall in seinem Atelier besucht. „So lernen wir neue Kunst kennen und auch Ecken in der Stadt, die wir noch nicht kannten. Das ist super spannend. Wir haben auch persönlich eine ganze Menge davon“, schwärmt Sailer. „Dabei entwickeln sich oft sehr schöne Gespräche“, ergänzt Krant.

Seit dem Ende der Sommerferien wird die siebte Auktion vorbereitet, ein Gutteil der zu versteigernden Werke wurde bereits geliefert, je ein Foto davon ins Netz gestellt, so dass sich potenzielle Bieter vorab ein Bild machen können. Sailer und Krant selbst haben natürlich eigene Favoriten, für die sie mitbieten wollen. Zwar wird das Prinzip der hohen Anzahl neuer Teilnehmer mit Absagen erkauft, „aber mehr als etwa 70 Werke geht einfach nicht“, bedauert Sailer, weil die Auktion sonst einfach zu große Ausmaße annehme, zu lange dauere.

Auch diesmal sind wieder Bilder und Plastiken, Foto- und Aquarellarbeiten, große und kleine, abstrakte und figürliche Kunst dabei. Einige kleinere Werke, die in einen Din A 4-Umschlag passen, werden in eine „Wundertüte“ gesteckt, die zum Preis von 50 Euro verkauft wird, „damit auch diejenigen, die beim Bieten leer ausgegangen sind, etwas mitnehmen können“. Künstler wie Jonas Hohnke, Andreas Wiese und Annette Marks haben diesmal eigens für die Auktion gearbeitet. „Jonas Hohnke will sogar ein Kunstwerk besteuern, das einen Bezug zu unserem Format hat“, verrät Krant.

Bodo Berheide spielt in seiner leuchtenblauen Papierarbeit mit den Buchstabe E, I, N und S, Ulrike Möltgen stellt eine vergrößerte Illustration aus dem Klassiker „Das Geschenk der Weisen“ zur Verfügung, Georg Janthur ist mit einer seiner typischen Handtaschen-Holzskulpturen vertreten, Fotokünstler Frank N hat die Manhattan Skyline verfremdet.

Auch Else Lasker-Schüler kommt in ihrem Jubiläumsjahr unter den Hammer, den in bewährter Weise wieder Frank Oberbrinckmann schwingen wird. Als hohes Doppelbild, das Petra Mohr auf der Basis eines Mädchenfotos von Else erstellt und in den Farbtönen Blau und Rot gedruckt hat.

Und natürlich ist auch Maurycy mit einem Bild wieder dabei. Die Auktionatorinnen wissen um die Dynamik beim Bieten, die mit- und zuvor festgelegte Limits einreißt. Diesmal zum Vorteil der Mädchensprechstunde Lilob, der Frauenberatung, des Vereins für soziale Betreuung, des Projekts Kurve kriegen, und der Kinder- und Jugendhilfe Shed e.V., die (mindestens) die Hälfte des Erlöses erhalten sollen.