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Gelungene Premiere: Karsten Speck flirtet im Kammerspielchen

Gelungene Premiere: Karsten Speck flirtet im Kammerspielchen

„Die 39 Stufen“ sind an der Westkotter Straße zu finden.

Barmen. Im Kammerspielchen hält die vierte Dimension Einzug: Im 4-D-Theater nieselt der Regen auf die Zuschauer, Konfetti flattert von oben herab und die Gäste riechen den Schweiß der Hauptdarsteller aus nächster Nähe.

Turbulent geht es in der Kriminalkomödie „Die 39 Stufen“ zu, die Patrick Barlow nach dem Hitchcock-Film für die Bühne konzipiert hat. Die 150 Rollen des Films werden von drei Männern und einer Frau übernommen. Harald Hauber und Michael Halbey sorgen für Heiterkeitsausbrüche, wenn sie in kürzester Zeit von der ältlichen Hotelbesitzerin zum Schurken wechseln — oder von der hübschen Bauersfrau zum Polizisten mit dem bekannten Bobby-Helm.

Am Anfang braucht das Stück recht lange, um Fahrt aufzunehmen. Ausführlich erklärt Karsten Speck, der die Hauptrolle spielt, dass alle anderen Schauspieler geflüchtet und alle Requisiten abhanden gekommen seien. Dann fahren die Darsteller langwierig Eisenbahn und Auto auf vier Stühlen, legen sich ein ums andere Mal mit viel Brimborium in die Kurven. Ein paar lange Kästen, zwei Treppenstufen und eine Tür auf Rollen werden zu immer neuen Räumen zusammengeschoben und bilden so die ständig wechselnde Kulisse des Films.

Sehr geschickt nutzt Regisseur Ronald F. Stürzebecher Musikeinspielungen, um zwischen Liebesszenen und Krimi-Ambiente hin- und herzuschalten. Immer wieder zitiert er Musik und Darstellungsweise der Hitchcock-Filme. Speck spielt den gut aussehenden Single auf Abenteuersuche sehr überzeugend und gibt dem Text viele Nuancen.

Sein Flirt mit der Agentin (Romina Jugel) kommt zwar etwas plötzlich, da die beiden im Kammerspielchen räumlich weit voneinander entfernt sitzen. Doch dann entfaltet sich eine lange Verfolgungsjagd zwischen Richard und den Mitgliedern des Spionagerings sowie der Polizei, die ihn für den Mörder der Agentin hält.

Feinfühlig gibt sich Romina Jugel mal kalt als Entführungsopfer, dann wieder zart als Verliebte. Dass dabei eine Klebstoff-Flasche als Glas und eine Schraubenkiste als Milchflasche dienen, sorgt für allgemeine Heiterkeit. Am Ende sind die Zuschauer begeistert. Weitere Aufführungen sind am 18., 19., 24., 25. und 26. November, 20 Uhr. Karten gibt es unter Telefon 946 999 20.

Ensemble:
5 von 5
Regie:
3 von 5
Bühne:
4 von 5