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Ausstellung von Stadtsparkasse und Von der Heydt-Museum wurde um einen virtuellen Rundgang erweitert und um einen Monat verlängert.

Ausstellung : „Mehr : Wert“ auch beim virtuellen Besuch

Ausstellung von Stadtsparkasse und Von der Heydt-Museum wurde um einen virtuellen Rundgang erweitert und um einen Monat verlängert.

Am Ende des kurzen Films führt Gerhard Finckh beide Welten zusammen: Im Video sei die Ausstellung ja schön anzusehen, aber viel schöner sei es, „wenn Sie live im Museum sind und hier die Aura der Kunstwerke erleben“, wirbt der ehemalige Direktor des Von der Heydt-Museums für die Schau „Mehr : Wert“, die er selbst kuratiert hat. Sie lässt erstmals zwei Sammlungen in einen Dialog treten. Mit der Coronakrise ist sie gleich doppelt verbunden: Ihre Eröffnung wurde um einen ganzen Monat verschoben. Und nun lädt ein virtueller Rundgang Kunstinteressierte ein, die nach wie vor einen persönlichen Besuch scheuen. Erklärt Frank Ifang, der in der Stadtsparkasse für das Veranstaltungsmanagement zuständig ist.

„Mehr : Wert“ lässt sich in verschiedener Art und Weise aussprechen und betonen. So wie die Begriffspaarung verschiedene Bedeutungen und Ansprüche erfüllt. Da ist zunächst der Mehrwert, den die Stadtsparkasse schafft, indem sie Kunst sammelt – seit gut 50 Jahren, „um die Lebensverhältnisse der Menschen in der Stadt zu verbessern“, wie Vorstandsvorsitzender Gunther Wölfges zur Eröffnung der Ausstellung im Mai betonte. Weshalb es ein Anliegen sei, die fast 3000 Werke von fast 700 Kunstschaffenden aus der Region „vielen Menschen zugänglich zu machen“. In der Jubiläumsausstellung aktuell und in den Filialen des Geldinstituts, wo sie in Büroräumen und Schalterhallen dauerhaft ausgestellt wird.

155 Kunstwerke - 44 Gemälde, 27 Fotografien und sechs Skulpturen - hat Finckh für die Schau ausgesucht, sich dafür aus beiden Sammlungen etwa hälftig bedient. Er bedauert, dass er nur einen kleinen Ausschnitt der „großartigen Sammlung“ zeigen kann. Sein Konzept: Die Arbeiten zu bestimmten Themen in einen Dialog treten lassen. Die Besucher sollen über die Kunst, die das Thema materiell greifbar macht, zur Auseinandersetzung mit dem Thema selbst gebracht werden. „Eine offene Erzählung mit acht Kapiteln“ sei das, freut sich Roland Mönig, der seit April das Von der Heydt-Museum leitet, im Film.

Dieser Film ist Bestandteil des nächsten Mehrwerts: Der virtuelle Rundgang, der in Zusammenarbeit mit der Firma Elberfeld Kreation realisiert wurde und auf den Websites beider Häuser abrufbar ist. Der Besucher steuert sich mit der Maus den Pfeilen folgend durch die thematisch bestimmten Räume im ersten Obergeschoss des Museums. An den einzelnen Werken findet er anklickbare Informationen vor. Und hier und da an den Wänden ebenfalls anklickbare Kamerasymbole. Sie markieren kurze Videos, in denen zum Beispiel die Raumthemen erklärt oder weitere Informationen angeboten werden. Etwa zum Raum „Rot sehen“, den Finckh der Powerfarbe Rot widmet. Oder zum Raumthema „Architektur“, deren Bedeutung für das Leben, das Fühlen und Handeln der Menschen gar nicht groß genug eingeschätzt werden könne, so Finckh und Mönig. Ein weiterer Mitwirkender ist der bekannte Künstler Tony Cragg, der etwas zu den Werken erzählt, die er in der Ausstellung zeigt. Vier Radierungen mit Landschaften und Meer, die er bei seinen Schweden-Aufenthalten in der Ästhetik von Digitalbildern erstellte.

„Kunst am Arbeitsplatz“-Schau
in den Sparkassenfilialen

Einen Einblick in die Dauerausstellung der Stadtsparkasse bietet der Rundgang unter dem Menüpunkt „Kunst am Arbeitsplatz“, der zum einen mit dem Kunstportal der Stadtsparkasse verlinkt ist und zum anderen den Wuppertaler Schauspieler und Synchronsprecher Olaf Reitz mit der Kamera bei einer kleinen Tour durch ausgesuchte Sparkassenfilialen im Stadtgebiet begleitet. In den „Showrooms“ von Vohwinkel bis Wichlinghausen trifft er auf zahlreiche weitere Werke der Sammlung, die dafür sorgen, dass Kunst die Menschen, Mitarbeiter und Kunden, emotional anzusprechen vermag, ihnen auch im Alltag begegnet, so Wölfges.

Das Ausstellungspaket komme bei den Besuchern gut an, freut sich Ifang über zahlreiche Rückmeldungen aus dem Kreise der Besucher. Ohne dies zum jetzigen Zeitpunkt an Zahlen festmachen zu können. Die geplante genaue Auswertung wird freilich noch warten müssen. Die Ausstellungsdauer wurde gerade um einen guten Monat bis 6. September verlängert. Weil sich „viele Menschen, trotz der Corona-Pandemie und unter behördlichen Hygieneregeln, die Ausstellung real, als auch im hohen Maße online ansehen“.