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Keine Klage: Hersteller Kiepe sagt zu, Schwebebahn-Mängel zu beheben

Schwebebahn : Gutachter entlasten WSW-Geschäftsführer: Keine Klage gegen Schwebebahn-Hersteller

Die Stadtwerke werden sich personell und organisatorisch im Bereich der Schwebebahnwerkstätten verstärken. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des unabhängigen Gutachters Ernst & Young, das am Freitag auf der Sitzung des WSW-Aufsichtsrates bekannt gegeben wurde.

Hersteller Kiepe Electric habe schriftlich zugesichert, alles unternehmen zu wollen, die Mängel innerhalb eines Zeitplans, der aktuell abgestimmt werde, zu beseitigen. Davon unabhängig habe man über eine bessere technische und personelle Ausstattung der Schwebebahn-Werkstätten beraten. Es sei eine große Herausforderung, bis zum kommenden Sommer alle Mängel abzustellen, zumal die Ursachenforschung noch nicht abgeschlossen sei. Dabei sei nicht nur eine enge Zusammenarbeit mit Kiepe erforderlich, sondern auch mit den Herstellern der Ersatzteile.

Vor diesem Hintergrund sei es nicht zielführend, sofort juristische Schritte einzuleiten. So sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Dietmar Bell: „Eine Klage ist die Ultima Ratio, aber wichtiger für Wuppertal ist, dass die Schwebebahn wieder fährt.“ Unabhängig davon werde die Klageschrift weiter vorbereitet

„Die Gutachter haben Vermutungen aber noch keine Erklärungen für den großen Räderverschleiß. Wir werden die Mängelbeseitigung bei Kiepe eng überwachen“, kündigt WSW-Chef Markus Hilkenbach an. „Die Wiederaufnahme des regulären Fahrbetriebs im Sommer 2021 hat höchste Priorität“, sagt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer WSW mobil.

Die WSW-Geschäftsführung, so Bell, werde von E&Y vollständig entlastet. Die Wiederaufnahme des Fahrbetriebs im Herbst 2019 mit den neuen Fahrzeugen sei planmäßig verlaufen. Für den in der Coronahochphase aufgetretenen, atypischen Reifenverschleiß gäbe es kein vergleichbares Schadensereignis aus der Vergangenheit. Daher sei, so das Ergebnis der Berater, die Entscheidung, den Betrieb nach den Sommerferien einzuschränken, unvermeidbar gewesen, um weitere Schäden an Rädern und Schienen zu vermeiden. Der Zeitplan, so WSW mobil-Geschäftsführer Ulrich Jaeger, die Schwebebahn innerhalb der kommenden zwölf Monate wieder in den Regelbetrieb zu führen, stehe unverändert.