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Drei Läden aus dem Wuppertaler Luisenviertel schließen sich zusammen

Wirtschaft : Junge Gründerinnen kooperieren

Für den Leerstand, der dadurch an der Friedrich-Ebert-Straße entsteht, sind bereits Lösungen in Aussicht.

„Nach damals sechs Jahren an der Friedrich-Ebert-Straße 17 haben wir schon im vorigen Jahr, also weit vor der Corona-Krise, über Veränderungen nachgedacht. Und dabei wir sind zu dem Schluss gekommen, dass nicht nur Anne Jonas-Ulbrich mit ihrer Modemanufaktur ,Liebesgruß’ vom Ölberg ideal in unser Konzept passt, sondern dass auch Sabine Schmidlin-Haase mit ihrer Event-Floristik eine gute Ergänzung für uns wäre“, erklärt Ilka Held. Sie ist zusammen mit Katharina Kriatchko Inhaberin der Mode-Boutique „17 und wir“ und aus dem oberen Teil der Friedrich-Ebert-Straße zur Hausnummer 66 gezogen. Und da firmiert das neue Geschäft seit Anfang August als „ Bloom Event – fashion & flora“.

„Wir wurden hier in der neuen Umgebung sehr freundlich aufgenommen, und unsere neuen Nachbarn hoffen, dass wir auch hier das Viertel beleben“, zeigt sich Ilka Held von der „neuen Heimat“ sehr angetan. „Das gemeinsame Zusammengehen hat nicht nur den Vorteil, dass wir uns die Kosten teilen können, sondern macht uns auch flexibler“, so die ehemalige Handball-Bundesliga-Spielerin zum erwünschten Synergie-Effekt. „Wir sind alle vier Mütter, ergänzen uns und geraten auch durch die Tätigkeit von Anne Jonas-Ulbrich als Lehrerin oder durch die Events von Sabine Schmidlin-Haase nicht in zeitliche Schwierigkeiten. Es ist immer jemand im Geschäft, wenn wir von Montag bis Freitag, von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 15 geöffnet haben“, erklärt Held. Sie freut sich natürlich, dass viele der „17 und wir“-Kundinnen in den unteren Teil der Friedrich-Ebert-Straße gefolgt und auch neue Modeliebhaberinnen dazu gekommen sind.

Michael Kozinowski hofft, dass es schnell einen Nachmieter gibt

„Es ist sicher ein Vorteil, dass Anne, die seit Mai vorigen Jahres bei uns ist, mit ,Liebesgruß’ eine individuelle Marke mit eigenem Atelier und Produktionsstätte auf dem Ölberg betreibt. Das unterscheidet uns von anderen Boutiquen. Aber, es ist hier rein optisch zwar etwas kleiner als in unserem früheren Domizil, aber hier findet die Kundschaft einfach ein Ambiente vor, das zum Verweilen einlädt“, versprüht Ilka Held beste Laune, wenn sie von den Räumen unter der Hausnummer 66 spricht, und ist auch optimistisch, was die geschäftliche Zukunft angeht. „Wir denken, dass wir die richtige Mischung gefunden haben.“

Der Umzug der Damen mit ihrem Mode-Einzelhandel von Nummer 17 nach Nummer 66 hat natürlich einen Leerstand an der alten Wirkungsstätte zur Folge, der Michael Kozinowski, dem Vorsitzenden der IG-Friedrich-Ebert-Straße und Inhaber der benachbarten Buchhandlung Mackensen, Sorgen bereitet. „Ich bedaure, dass die jungen Frauen jetzt nicht mehr hier sind und weiß natürlich, dass gerade der Einzelhandel wie auch das Gastronomie-Gewerbe schwierige Zeiten hinter sich hat und neue Wege gehen muss. Aber, ich hoffe, dass sich das Virus des Leerstandes hier im Luisenviertel nicht ausbreitet“, meint Kozinowski nachdenklich, hat aber auch gleich eine gute Nachricht parat. „Ich habe gehört, dass es einen Nachmieter im medizinischen Bereich geben soll. Und das würde angesichts der Tatsache, dass im selben Haus ja schon verschiedene Ärzte praktizieren, auch durchaus Sinn ergeben. Und ein reines Ärztehaus stünde dem Viertel ja auch gut zu Gesicht“, so Kozinowski.