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Die Wuppertaler Stadtspitze will die Masken im Unterricht beibehalten

Corona-Schutzauflagen : Stadtspitze will Masken im Unterricht beibehalten

Die Stadt Wuppertal meldete am Freitagmorgen neue Fälle von Covid-19 an Schulen und Kitas in der Stadt. Betroffen ist die Gesamtschule Else-Lasker-Schüler, die Realschule Leimbacher Straße und der Betriebskindergarten des Unternehmens EDE an der Dieselstraße.

Während das Land NRW die Maskenpflicht in Schulen am 31. August beenden will, geben Oberbürgermeister Andreas Mucke und Johannes Slawig, Leiter des Corona-Krisenstabs, an die Wuppertaler Schulen die dringende Empfehlung aus, das Tragen der Masken im Unterricht beizubehalten. Die Stadt werde bei der Anordnung von Quarantänemaßnahmen jede Schule weiterhin individuell beurteilen. Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken im Unterricht würden in die Beurteilung einfließen. Im Klartext: Bei Schulen, in denen im Unterricht keine Masken getragen werden, geht die Tendenz eher dahin, für gesamte Klassen beziehungsweise die gesamte Schule Quarantäne anzuordnen.

An der Gesamtschule Else-Lasker-Schüler habe es einen positiven Befund gegeben, teilte die Stadt mit. Dort sei ein Kind trotz Symptomen, die auf eine Infektion hindeuteten, mehrfach in die Schule gegangen. Für die Klasse wurde eine Quarantäne bis zum 7. September festgesetzt. Die Eltern wurden ebenfalls per Brief informiert, Reihentestungen werden vorbereitet, ferner werden außerschulische Kontakte der Kinder überprüft.

An der Realschule Leimbacher Straße wurde ein Kind unter Quarantäne gestellt, nachdem es positiv auf Covid-19 getestet wurde. Laut Stadt gebe es keine Kontaktpersonen unter Schülern und Lehrkräften, so dass die Schule vollständig geöffnet bleiben könne. In der Betriebs-Kita habe es einen positiven Befund bei einem Kind gegeben. Kontakte bestanden zu anderen Kindern in der morgendlichen Sammelgruppe und im Außenbereich. Das Gesundheitsamt hat für alle Kinder und Erzieherinnen eine Quarantäne bis zum 2. September angeordnet. Die Eltern seien durch einen Brief informiert worden. Reihentestungen werden derzeit vorbereitet, so die Stadt.

 Kritisch äußerten sich Andreas Mucke und Johannes Slawig zur Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht ab dem 1. September in NRW. „Das ist nach meiner Meinung ein Rückschritt, denn die Lockerung der Regelung in den Schulen sendet falsche Signale aus. Das Tragen der Maske in der Schule hat symbolische Bedeutung auch für das Verhalten in Bussen und Bahnen und Restaurants“, sagt Johannes Slawig.

Von den Gesprächen zwischen der Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs am Donnerstag hatte sich die Stadtspitze „klarere Vorgaben“ ohne Einschränkungen und Ausnahmeregelungen erhofft. Bedauerlich sei zudem die Vertagung und Verlagerung wichtiger Entscheidungen in Arbeitskreise. „Die Kanzlerin fährt eine vorsichtige Linie, aber unter den Ministerpräsidenten gibt es so manchen Bruder Leichtfuß“, lautet die Einschätzung von Andreas Mucke, der zur Vorsicht mahnt. Ein zweiter Lockdown müsse unbedingt vermieden werden. Für eine finanzschwache Stadt wie Wuppertal hätte er eine verheerendere Wirkung als für finanziell besser aufgestellte Städte. Das Beispiel der Stadt Offenbach zeige, dass die Zahl der Neuinfektionen ganz schnell wieder nach oben schnellen könne. Dort habe es zwei oder drei Anlässe gegeben, um den sogenannten Inzidenzwert auf über 50 ansteigen zu lassen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner an. Steigt er über 50 gilt eine Stadt oder ein Landkreis als Risikogebiet und muss mit einer Verschärfung der Schutzauflagen rechnen.

754 Wuppertaler befinden sich aktuell in Quarantäne

Am Freitag lag der Inzidenzwert für Wuppertal bei 19,06. Vor zwei Tagen lag der Wert in Folge der Rückreisewelle noch knapp unter 30 Die Gesamtzahl aller bestätigten Infektionen betrug am Freitag, 8.40 Uhr, 1402. Das sind neun mehr als am Vortag. Die Zahl der aktuell bestätigten Infizierten lag bei 98. Als genesen gelten 1218 Personen. 86 Bürger sind mit oder an Covid-19 gestorben - der letzte diesbezügliche Todesfall wurde Mitte Juni registriert.

In Quarantäne befinden sich derzeit 754 Wuppertaler, bei 662 wurde sie durch das Gesundheitsamt angeordnet, 85 haben sich freiwillig in die Isolation begeben. Sieben Personen befinden sich im Krankenhaus. Die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage liegt bei 69.