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Stadtwerke versprechen Vier-Minuten-Takt auf der Talachse

Schwebebahn-Express : Stadtwerke versprechen Vier-Minuten-Takt auf der Talachse

Ab Mittwoch fahren wochentags statt der Schwebebahn Busse – dann beginnen die Reparaturarbeiten an der Schwebebahn.

Ab Mittwoch fährt wochentags keine Schwebebahn mehr, stattdessen übernehmen Busse als „Schwebebahn-Express“ den Fahrgasttransport über die Talachse. Die Stadtwerke sehen sich gut vorbereitet. Wie mit dem Schulstart der Schülerverkehr funktionieren wird, ist aber noch nicht ganz klar.

29 Gelenkbusse – statt 20 Schwebebahnen – werden ab Mittwoch 5 Uhr zwischen Oberbarmen und Vohwinkel pendeln – voraussichtlich bis September 2021. Die Haltestellen sind eingerichtet und sollen diesmal besser sichtbar sein. „Wir konnten auf die Erfahrungen von 2019 zurückgreifen“, sagt WSW-Chef Markus Hilkenbach. Unter anderem werden die Busse jetzt von der Leitstelle aus beobachtet. Sollten durch Stau mehrere Busse hintereinander fahren, könne von dort gesteuert werden, dass ein Bus früher umkehrt. Zudem wurden Baustellen verschoben.

Es fahren mehr Busse
häufiger als 2019

Die Busse sollen in der Hauptverkehrszeit von 6.30 bis 14.30 Uhr im Vier-Minuten-Takt fahren – der Takt ist eine Minute kürzer als 2019, aber immer noch eine Minute länger als der der Schwebebahn, die im Drei-Minuten-Takt fährt. Ulrich Jaeger, WSW-mobil-Geschäftsführer, betont: „Sollten die Kapazitäten wider Erwarten für das Fahrgastaufkommen nicht ausreichen, werden die WSW das Angebot anpassen.“ Sicher sei allerdings: „Die Busse können die Schwebebahn nicht komplett ersetzen.“ Die WSW rechnet mit 45 Minuten Fahrtzeit der Busse – die Schwebebahn braucht rund 30 Minuten. „Aber nur wenige Fahrgäste fahren die ganze Strecke“, so Hilkenbach. Daher sei der Zeitverlust für die einzelne Fahrt geringer.

23 Busse mussten die WSW neu anschaffen, sie stammen von Unternehmen aus der Region. Sie rechneten mit rund einer Million Euro Kosten für die Busse, so Hilkenbach, allerdings auch mit Verkaufserlösen nach der Schwebebahnpause. Alle Busse wurden mit Scheiben für die Fahrerkabinen, Ticketautomaten und der Technik für den Kontakt zur Leitstelle ausgestattet. „Da muss ich den Mitarbeitern ausdrücklich danken“, betonte Ulrich Jaeger.

Auch zusätzliche Fahrer werden eingesetzt, da laufen aber noch Planungen und Ausschreibungen. Fündig werden die WSW bei Reiseunternehmen, die derzeit wenig zu tun haben. Auch an eine verstärkte Ausbildung bei den WSW ist gedacht.

WSW fragen neue
Startzeiten bei den Schulen ab

In Bezug auf den Schülerverkehr sagt Ulrich Jaeger: „Wir wissen seit heute, dass einzelne Schulen die Unterrichtszeiten auseinanderziehen. Jetzt fragen wir bei allen Schulen nach.“ Sie hätten noch kein Bild, wie sich das auf den Verkehr auswirke. Daher wollten sie die ersten Schultage abwarten. Es sei ohnehin jedes Jahr nicht vorhersehbar, wie viele Schüler den ÖPNV nutzen.

Bisher sind für die Schüler 80 bis 100 zusätzliche Busse, so genannte E-Busse, für den morgendlichen Linienverkehr geplant. Ob es wegen der versetzten Schulstartzeiten und wegen der Corona-Abstandsregeln möglicherweise mehr geben wird – „dazu gibt es Ideen und Gespräche“, so Jaeger, „auch mit dem Land“. Noch sei auch nicht klar, wie mögliche zusätzliche Busfahrten finanziert werden. Jaeger macht deutlich: „Wir haben ab 8 Uhr genug Kapazitäten.“

Tino Orlishausen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bestätigt, das viele Schulen noch an Konzepten für den Präsenzunterricht mit allen Schülern unter Corona-Bedingungen arbeiten. „Viele Schulen ändern ihr Stundenraster“, sagt er. Es gehe darum, Pausen und Ankunftszeiten zu entzerren. Manche Schulen legten den Unterrichtsbeginn für Jahrgangsstufen unterschiedlich, andere öffneten nur die Schulen früher, damit sich Schülerinnen und Schüler nicht vor dem Tor sammeln. Das Land hatte einen Unterrichtsbeginn zwischen 7.30 und 8.30 Uhr empfohlen. Und will 13,5 Millionen Euro für den Einsatz von 1000 zusätzlichen Schulbussen im Land bis zu den Herbstferien zur Verfügung stellen.

Ulrich Jaeger ist wichtig: „Im Nahverkehr gilt Maskenpflicht – auch im Schülerverkehr.“ Masken zu tragen, sei Solidarität und Teil der Gesamtverantwortung. Deshalb werde die Einhaltung der Maskenpflicht auch kontrolliert, derzeit bei 400 bis 700 Personen täglich. Dabei würden zwei bis drei Leute pro Tag ohne Maske angetroffen. Die reagierten meist auf einen Hinweis. Mit diesen Zahlen stehe Wuppertal im Vergleich zu anderen Städten besser da, wie sie aus dem Austausch mit anderen Verkehrsunternehmen wüssten – „dafür ein großes Lob!“ Jaeger betont: Bisher sei noch keine Infektion im ÖPNV nachgewiesen worden.